Übungsleiter- und Trainerausbildung in Österreich: Stufen, Anbieter, Dauer und Förderungen
Vom Übungsleiter bis zum Diplomtrainer: die Ausbildungsstufen im österreichischen Sport, ihre Anbieter, ihre Dauer und mögliche Förderungen.
- Sportbetrieb, Anlagen & Jugend
- 29. Oktober 2026
- 9 Min. Lesezeit
- campai Redaktion

Im organisierten Sport in Österreich baut die Trainerausbildung in Stufen aufeinander auf. Den Einstieg bildet die Übungsleiterausbildung der Dach- und Fachverbände, die je nach Bundesland und Sportart etwa vier bis acht Tage dauert. Darauf folgen die staatlichen Ausbildungen zur Sportinstruktorin oder zum Sportinstruktor, zur Trainerin oder zum Trainer und zur Diplomtrainerin oder zum Diplomtrainer. Diese bieten die Bundessportakademien gemeinsam mit den Fachverbänden berufsbegleitend an, jede Stufe endet mit einem staatlichen Zeugnis. Für Vereine lohnt sich die Ausbildung doppelt, denn sie verbessert Training und Kinderschutz, und für den Einsatz ausgebildeter Trainer gibt es Förderungen über die Verbände und manche Bundesländer. Dieser Beitrag betrifft nur den Sport; für Kultur- oder Sozialvereine gelten andere Ausbildungswege.
Die Ausbildungsstufen im Überblick
Die Bundessportakademien beschreiben den Weg zum staatlich geprüften Trainer in vier Stufen, von der Einführung bis zur Professionalisierung. Die Angaben zum Umfang sind Richtwerte und hängen von der Sportart ab.
| Stufe | Anbieter | Umfang | Ziel |
|---|---|---|---|
| Übungsleiterin, Übungsleiter | Dach- oder Fachverband, meist auf Landesebene | etwa 4 bis 8 Tage, je nach Bundesland | Training und Wettkämpfe begleiten und Gruppen unter Anleitung führen |
| Sportinstruktorin, Sportinstruktor | Bundessportakademie mit dem Fachverband | 150 bis 230 Unterrichtseinheiten, etwa 15 bis 21 Tage | Trainingseinheiten im Nachwuchs- und Breitensport planen und leiten, Wettkämpfe betreuen |
| Trainerin, Trainer | Grundkurs an der Bundessportakademie, Spezialkurs beim Fachverband | Grundkurs 237 bis 249 Einheiten (25 bis 30 Tage), Spezialkurs 106 bis 233 Einheiten (12 bis 20 Tage) | Training mittel- und langfristig planen und steuern, Leistung aufbauen |
| Diplomtrainerin, Diplomtrainer | Bundessportakademie mit Fachverband, Universität und Olympiazentren | modular über mindestens ein Jahr | Trainingskonzepte entwickeln, Hochleistungssport, Führung |
In einigen Sportarten, etwa im Fußball und im Tennis, weicht der Aufbau davon ab. Frag in diesem Fall direkt bei deinem Fachverband nach, welche Stufen und Lizenzen dort gelten.
Übungsleiter: der Einstieg
Die Übungsleiterausbildung richtet sich an alle, die im Verein eine Gruppe anleiten wollen, oft an engagierte Mitglieder oder Eltern, die in ein Trainerteam hineinwachsen. Es gibt sie in zwei Formen:
- sportartspezifisch beim Fachverband deiner Sportart, meist über den Landesfachverband, mit Schwerpunkt auf Technik und Training in dieser Sportart
- sportartübergreifend bei den Dachverbänden, etwa ASKÖ, ASVÖ oder SPORTUNION, oft mit Schwerpunkten für Kinder, Erwachsene oder Seniorinnen und Senioren im Breiten- und Gesundheitssport
Die Kurse finden teils vor Ort, teils online statt und schließen mit einem Zertifikat des Verbands ab. In manchen Sportarten ist die Übungsleiterausbildung Voraussetzung für die nächste Stufe, in anderen ist sie freiwillig. Welche Variante für dein Angebot passt, klärst du am besten mit dem Landesverband.

Staatliche Ausbildung an den Bundessportakademien
Die Bundessportakademien in Wien, Graz, Linz und Innsbruck sind öffentliche Schulen des Bundes. Grundlage ist das Bundessportakademiengesetz (BGBl. I Nr. 56/2016), die Lehrpläne genehmigt das Bildungsministerium. Die Ausbildungen laufen in Kooperation mit den Fachverbänden von Sport Austria, sind berufsbegleitend organisiert und bauen aufeinander auf. Neben Instruktoren und Trainern bilden die Bundessportakademien auch Diplomsportlehrerinnen und -lehrer sowie Fachkräfte für Schnee- und Bergsport aus.
Sportinstruktorin und Sportinstruktor
Die Instruktorenausbildung ist die erste staatliche Stufe und verbindet einen allgemeinen Teil an der Bundessportakademie, etwa zu Trainings- und Bewegungslehre, Sportbiologie sowie sportpädagogischen und sportpsychologischen Grundlagen, mit einem sportartspezifischen Teil beim Fachverband. Danach kannst du Trainingsgruppen im Nachwuchs- und Breitensport selbständig führen. Typische Anforderungen laut den Kursbeschreibungen der Bundessportakademien:
- Vollendung des 18. Lebensjahres spätestens im Jahr der Abschlussprüfung
- ärztliche Bestätigung der Sporttauglichkeit, bei der Eignungsprüfung höchstens sechs Monate alt
- bestandene Eignungsprüfung in der Sportart
- bis zur Abschlussprüfung ein Erste-Hilfe-Kurs von mindestens sechs Stunden, nicht älter als fünf Jahre
- ein Praktikum von 20 Stunden, zum Beispiel in einem Sportverein
- mündliche und praktische Prüfungen, darunter ein Lehrauftritt
Die genauen Voraussetzungen, Termine und Orte findest du für jede Sportart auf der Website der Bundessportakademien. Plane früh, denn die Kurse finden nur zu bestimmten Terminen statt.
Trainerin, Trainer und Diplomtrainer
Die Trainerausbildung vertieft das Wissen für den Leistungssport und besteht aus einem Grundkurs an der Bundessportakademie, etwa zu Athletiktraining und zur Rolle als Trainerin, und einem Spezialkurs des Fachverbands zu Kondition, Technik und Taktik der Sportart. Die Diplomtrainerausbildung richtet sich an Trainerinnen und Trainer im Hochleistungssport und wird modular über mindestens ein Jahr absolviert, mit Praktika in Olympiazentren und Inhalten aus der Wissenschaft.
Fortbildung und Funktionärsausbildung
Mit dem Abschluss ist die Ausbildung nicht vorbei. Trainingswissen, Regeln und Anforderungen im Kinderschutz entwickeln sich weiter, und manche Förderungen setzen regelmäßige Fortbildung voraus. Die Vorarlberger Bildungsprämie verlangt zum Beispiel 16 Unterrichtseinheiten Fortbildung pro Trainerin oder Trainer, wenn die Ausbildung länger als vier Jahre zurückliegt. Achte bei Fortbildungen auch auf Kinderschutz: Dachverbände und Fachstellen bieten dazu eigene Schulungen an, und dein Verein sollte sie im Kinderschutzkonzept verankern.
Auch für Funktionärinnen und Funktionäre gibt es Angebote: Sport Austria und die Dachverbände bieten Kurse zu Vereinsführung, Finanzen und Management an. Wer im Verein Verantwortung für den Sportbetrieb trägt, findet im Beitrag Sportwart im Verein einen Überblick über die Aufgaben. Organisierst du eigene Fortbildungsabende für dein Trainerteam, kannst du Anmeldung und Teilnehmerlisten über die Veranstaltungsverwaltung von campai abwickeln.
Kosten und Förderungen
Was eine Ausbildung kostet, hängt von Stufe, Sportart und Anbieter ab; die Beträge findest du in den Ausschreibungen der Verbände und Bundessportakademien. Übernimmt dein Verein die Kosten ganz oder teilweise, investiert er in die wichtigste Ressource im Sportbetrieb. Für die Finanzierung gibt es mehrere Wege:
- Bundes-Sportförderung über die Verbände: Die Dachverbände und der Fußballverband erhalten Bundesmittel, aus denen sie ihren Mitgliedsvereinen Bundes-Vereinszuschüsse gewähren, unter anderem für den Einsatz ausgebildeter Trainerinnen, Übungsleiter und Instruktoren. Auch Aus- und Fortbildungen für die Mitgliedsvereine gehören zu den geförderten Aufgaben dieser Verbände (§§ 9 und 10 Bundes-Sportförderungsgesetz 2017). Frag bei deinem Dachverband nach den Bedingungen.
- Förderungen der Bundesländer: Vorarlberg zahlt Sportvereinen eine Bildungsprämie für qualifizierte Trainerinnen und Trainer, verbunden mit Fortbildungspflicht und der Strafregisterbescheinigung „Kinder- und Jugendfürsorge“. Andere Länder fördern Ausbildungen oder Trainer im Nachwuchs über ihre Sportförderung; frag bei der Sportabteilung deines Landes nach.
- Fachverbände: Frag auch beim Landesfachverband deiner Sportart nach, ob er Ausbildungen seiner Vereine unterstützt.
Einen Überblick über Förderstellen im Sport gibt der Beitrag Sportförderung in Österreich, allgemeine Tipps zu Anträgen findest du unter Förderungen für Vereine in Österreich.
Ausbildung, Ehrenamt und Bezahlung
Eine Ausbildung ändert nichts daran, ob jemand ehrenamtlich oder gegen Bezahlung trainiert. Für die steuerlichen Regeln ist sie trotzdem wichtig:
- Die Teilnahme an einer Ausbildung, die für das freiwillige Engagement nötig ist, gilt nach § 2 Abs. 2 Freiwilligengesetz selbst als freiwilliges Engagement. Mehr dazu im Beitrag Ehrenamt in Österreich.
- Ehrenamtliche, die als Übungsleiter oder Ausbildner tätig sind, können das große Freiwilligenpauschale von bis zu 50 € pro Tag und 3.000 € im Jahr steuerfrei erhalten, sofern sie im selben Monat keine PRAE vom Verein bekommen.
- Gemeinnützige Sportvereine können Trainern stattdessen die PRAE von bis zu 120 € pro Einsatztag und 720 € im Monat zahlen. Eine bestimmte Ausbildung setzt sie nicht voraus.
- Wird aus dem Training eine regelmäßige bezahlte Tätigkeit nach Vorgaben des Vereins, liegt oft ein Dienstverhältnis vor; siehe Dienstvertrag, freier Dienstvertrag oder Werkvertrag.
Trainer gewinnen und halten
Die Ausbildung ist auch ein Werkzeug, um Engagierte zu binden. Biete jungen Mitgliedern und Eltern an, zunächst als Assistenz mitzuarbeiten, und finanziere die Übungsleiterausbildung, wenn sie dabeibleiben wollen. Begleite neue Trainerinnen in den ersten Monaten, wie im Beitrag Einarbeitung Ehrenamtlicher beschrieben, und vergiss die Anerkennung nicht. Ideen, wie du neue Leute findest, liefert der Beitrag Ehrenamtliche gewinnen. Bevor jemand mit Kindern arbeitet, gehört die Strafregisterbescheinigung „Kinder- und Jugendfürsorge“ dazu.
Häufige Fragen
Wie werde ich Übungsleiterin oder Übungsleiter?
Melde dich beim Landesfachverband deiner Sportart oder bei einem Dachverband für einen Übungsleiterkurs an. Die Kurse dauern je nach Bundesland und Sportart etwa vier bis acht Tage und enden mit einem Verbandszertifikat.
Was ist der Unterschied zwischen Übungsleiter und Instruktor?
Die Übungsleiterausbildung ist der kürzere Einstieg bei den Verbänden. Die Instruktorenausbildung ist die erste staatliche Stufe an einer Bundessportakademie, umfasst je nach Sportart 150 bis 230 Unterrichtseinheiten und endet mit einem staatlichen Zeugnis.
Ab welchem Alter kann ich die Instruktorenausbildung machen?
Laut den Kursbeschreibungen der Bundessportakademien musst du das 18. Lebensjahr spätestens im Jahr der Abschlussprüfung vollenden. Dazu kommen eine ärztliche Bestätigung und eine Eignungsprüfung in der Sportart.
Wer bezahlt die Ausbildung?
Das regelst du im Verein. Oft ist es sinnvoll, dass der Verein die Kosten ganz oder teilweise übernimmt. Prüfe Zuschüsse von Dachverband, Fachverband und Bundesland, bevor du Kurse buchst.
Brauche ich eine Ausbildung, um PRAE zu bekommen?
Nein. Die PRAE knüpft an die Tätigkeit als Trainer, Sportlerin oder Schiedsrichter in einem gemeinnützigen Sportverein an, nicht an eine Ausbildung.
Fazit
Die Trainerausbildung im österreichischen Sport ist klar gestuft: Übungsleiter bei den Verbänden als Einstieg, danach Instruktor, Trainer und Diplomtrainer mit staatlichem Zeugnis an den Bundessportakademien. Plane für dein Trainerteam einen Ausbildungsweg, nutze Zuschüsse der Verbände und deines Bundeslandes und denk an regelmäßige Fortbildung, gerade im Kinderschutz. Gut ausgebildete Trainerinnen und Trainer machen dein Angebot besser und halten Mitglieder im Verein.
Checkliste: Trainerausbildung im Verein planen
So baust du ein gut ausgebildetes Trainerteam auf und nutzt die verfügbaren Förderungen.