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PRAE im Sportverein: pauschale Reiseaufwandsentschädigung und L 19-Meldung

120 € pro Einsatztag, höchstens 720 € im Monat: wer im Sportverein PRAE bekommen darf, was du aufzeichnest und wie du die L 19 über ELDA meldest.

Amateurfußballspiel auf einem Rasenplatz

Die pauschale Reiseaufwandsentschädigung, kurz PRAE, ist eine Sonderregel für den Sport. Gemeinnützige Sportvereine und -verbände dürfen Sportlerinnen und Sportlern, Trainerinnen und Trainern, anderen Sportbetreuern sowie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern seit 1. Januar 2023 bis zu 120 € pro Einsatztag und höchstens 720 € pro Kalendermonat steuerfrei zahlen; bis Ende 2022 lagen die Grenzen bei 60 € und 540 €. In der Sozialversicherung bleibt die PRAE beitragsfrei, solange der Sport für die Person nicht Hauptberuf und Hauptquelle der Einnahmen ist. Dein Verein zeichnet die Einsatztage auf und meldet die Jahressumme pro Person bis Ende Februar mit dem Formular L 19 über ELDA. Für Obfrau, Obmann, Kassier oder Platzwart gilt die PRAE nicht; sie bekommen das Freiwilligenpauschale oder einen Fahrtkostenersatz.

Rechtsgrundlage und Höchstbeträge

Die PRAE steht in § 3 Abs 1 Z 16c EStG für die Einkommensteuer und in § 49 Abs 3 Z 28 ASVG für die Sozialversicherung. Beide Bestimmungen nennen dieselben Grenzen:

Zeitraumpro Einsatztagpro Kalendermonat
bis 31. Dezember 202260 €540 €
seit 1. Januar 2023120 €720 €

Die Monatsgrenze gilt pro Kalendermonat der Tätigkeit. Zahlt dein Verein mehr, ist nur der Teil über 120 € am Tag oder über 720 € im Monat steuerpflichtig. Auf die steuerfreie PRAE fallen weder Dienstgeberbeitrag noch Kommunalsteuer an. Einen Überblick über alle Arten der Aufwandsentschädigung gibt der Beitrag Aufwandsentschädigung im Verein.

Welche Vereine PRAE zahlen dürfen

Zahlen darf nur ein Verein oder Verband, der abgabenrechtlich begünstigt ist (§§ 34 ff BAO) und dessen Statuten die Ausübung oder Förderung des Körpersports als Zweck nennen. Der Begriff ist weit: Laut dem Leitfaden von BMF und Sozialversicherung zählen neben den klassischen Sportarten zum Beispiel auch Motorsport, Segelfliegen und Schießen dazu. Denksport wie Schach oder Bridge ist kein Körpersport. Ein Schachverein kann gemeinnützig sein, darf aber keine PRAE zahlen. Musik-, Kultur-, Sozial- und andere Vereine nutzen das Freiwilligenpauschale. Ob dein Verein die Voraussetzungen erfüllt, klärt der Beitrag Gemeinnützigkeit nach §§ 34 ff BAO.

Fußballspieler spricht am Spielfeldrand mit dem Schiedsrichter
Fußballspieler spricht am Spielfeldrand mit dem Schiedsrichter

Wer PRAE bekommen kann

Das Gesetz nennt Sportler, Schiedsrichter und Sportbetreuer. Der BMF-Leitfaden zur Sportlerbegünstigung grenzt die Gruppen so ab:

PersonPRAE möglich?Alternative
Mannschafts- und Einzelsportlerinnen und -sportlerjatatsächliche Reisekosten
Trainerinnen, Trainer, Lehrwarte, Übungsleiterinnen, Übungsleiterjagroßes Freiwilligenpauschale oder tatsächliche Reisekosten
Masseurinnen, Masseure, Sportärztinnen, Sportärzte, Zeugwartejatatsächliche Reisekosten
Schiedsrichterinnen, Schiedsrichter, Rennleiterinnen, Rennleiterjatatsächliche Reisekosten
Obfrau, Obmann, Kassierin, Kassier und andere Funktionärinnen und Funktionäreneinkleines Freiwilligenpauschale oder Fahrtkosten
Platzwart, Streckenposten, Fahrtendienste für den Nachwuchs, technische Hilfsdiensteneinkleines Freiwilligenpauschale oder Fahrtkosten

Hat jemand zwei Rollen, etwa Trainerin und Kassierin, kommt es auf den Monat an. Seit 1. Januar 2026 gilt: Bekommt sie in einem Monat PRAE von deinem Verein, gibt es für diesen Monat von deinem Verein kein steuerfreies Freiwilligenpauschale, und der Jahreshöchstbetrag des Pauschales sinkt um ein Zwölftel. 2024 und 2025 schloss PRAE von deinem Verein das Freiwilligenpauschale sogar für das ganze Kalenderjahr aus.

Einsatztage: wofür du zahlen darfst

Die PRAE gibt es nur für Einsatztage, also für Trainings- und Wettkampftage, für die dein Verein Aufzeichnungen führen muss. Eine Mindestdauer nennt das Gesetz nicht. Bei Mannschaftssportarten zählt laut Leitfaden das gemeinsame Training; geht ein Spieler zusätzlich allein ins Fitnessstudio, ist das kein Einsatztag. Bei Sportarten, in denen man üblicherweise allein trainiert, etwa im Gewichtheben, kann der Besuch des Fitnessstudios dagegen ein Einsatztag sein.

Drei Beispiele für einen Monat zeigen, wie die Grenzen wirken:

BeispielEinsatztageBetrag pro TagSummesteuerfreisteuerpflichtig
Spielerin, 6 Trainings und 2 Matches860 € Training, 120 € Match600 €600 €0 €
Trainer, 9 Trainingstage990 €810 €720 €90 €
Schiedsrichterin, 4 Spieltage4150 €600 €480 €120 €

Beim Trainer greift die Monatsgrenze, bei der Schiedsrichterin die Tagesgrenze: Die Schiedsrichterin bekommt pro Tag 30 € mehr als erlaubt.

Sozialversicherung: Hauptberuf und Hauptquelle der Einnahmen

Steuerlich ist die PRAE für alle genannten Personen frei. In der Sozialversicherung gilt die Befreiung nur, wenn die Sporttätigkeit nicht den Hauptberuf und die Hauptquelle der Einnahmen bildet (§ 49 Abs 3 Z 28 ASVG). Der Leitfaden von BMF und Sozialversicherung erklärt dazu:

  • Ein Studium mit ordentlichem Studienfortgang und die Haushaltsführung, außer im Singlehaushalt, gelten als Hauptberuf.
  • Pension, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe sind kein Hauptberuf, können aber die Hauptquelle der Einnahmen sein. Im Beispiel des Leitfadens bleibt die PRAE einer Pensionistin beitragsfrei, weil die Pension höher ist als die PRAE.

Zahlst du mehr als 120 € am Tag oder 720 € im Monat, kann für den übersteigenden Teil Sozialversicherungspflicht entstehen; dabei kommt es auf die Geringfügigkeitsgrenze an, 2026 sind das 551,10 € im Monat. Mannschaftssportlerinnen und -sportler sind laut Leitfaden echte Dienstnehmer, für die das Arbeitsrecht gilt, mindestens mit einem schriftlichen Dienstzettel. Bekommen sie ausschließlich PRAE innerhalb der Grenzen, musst du sie nicht bei der Sozialversicherung anmelden. Zahlt dein Verein zusätzlich etwas anderes, etwa eine Siegprämie, ist die Person vor Arbeitsantritt anzumelden. Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sind dagegen in der Regel keine Dienstnehmer des Vereins und kümmern sich um eine allfällige Versteuerung selbst. Mehr zu Anstellungen im Beitrag Verein als Arbeitgeber.

Was neben der PRAE erlaubt ist

Zahlung oder LeistungNeben der PRAE
Bus, Bahn- oder Flugticket, Unterkunft, die der Verein selbst bereitstellterlaubt
Reisekosten in Geld, etwa Kilometergeld, Tages- oder Nächtigungsgeldnicht im selben Monat; pro Monat entweder PRAE oder Reisekosten
Freiwilligenpauschale vom selben Vereinnicht im selben Monat (seit 2026); 2024 und 2025 nicht im selben Jahr
Siegprämie, Handgeld, Gehaltmöglich, aber steuer- und beitragspflichtig; Lohnkonto und Lohnzettel L 16
PRAE aus einem vereinbarten Gehalt herausrechnennicht erlaubt

Der Ersatz tatsächlicher Reisekosten nach § 26 Z 4 EStG kann sich lohnen, wenn eine Auswärtsfahrt mehr kostet, als die PRAE steuerfrei abdeckt. Bedenke aber: Entscheidest du dich in einem Monat für Reisekosten, gibt es in diesem Monat für diese Person auch für die Trainingstage keine steuerfreie PRAE. Wie du Reisekosten abrechnest, steht im Beitrag Reisekosten und Kilometergeld im Verein.

Aufzeichnungen

Dein Verein muss belegen können, dass er nur für Einsatztage gezahlt hat. Zahlt er einer Person ausschließlich PRAE, reicht laut BMF eine vereinfachte Dokumentation, etwa eine Abrechnungsaufzeichnung. Zahlt er daneben anderes, etwa Prämien oder Gehalt, führt er ein Lohnkonto. Eine Abrechnung pro Person und Monat sollte enthalten:

  • Name, Wohnadresse und Sozialversicherungsnummer oder Geburtsdatum
  • Datum und Art jedes Einsatztags, etwa Training oder Wettkampf
  • Betrag pro Einsatztag und Monatssumme
  • Bestätigung des Empfangs, am besten mit Unterschrift

Zahl erst aus, wenn die unterschriebene Abrechnung vorliegt, und bewahre sie sieben Jahre auf (§ 132 BAO). In der Buchhaltung von campai buchst du die Auszahlung als Ausgabe und hängst die Abrechnung als Beleg an; die Grenzen und die L 19 prüfst du selbst.

PRAE melden: L 19

Für jede Person, der dein Verein in einem Kalenderjahr für eine nichtselbständige Tätigkeit ausschließlich PRAE gezahlt hat, übermittelst du die Jahressumme mit dem amtlichen Formular L 19 an das Finanzamt. Die Frist endet Ende Februar des Folgejahres; die PRAE für 2026 meldest du also bis 28. Februar 2027. Die Pflicht gilt seit dem Jahr 2023, die ersten Meldungen waren 2024 fällig.

Wann du keine L 19 abgibst

  • Du übermittelst für die Person einen Lohnzettel L 16, weil sie zusätzlich Gehalt oder Prämien bekommt. Dann stehen die PRAE auf dem L 16.
  • Die Person ist selbständig für deinen Verein tätig, wie es bei Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern üblich ist.

Schritt für Schritt

  1. Sammle pro Person alle PRAE-Zahlungen des Jahres und prüf, ob Tages- und Monatsgrenzen eingehalten sind.
  2. Halte die Angaben bereit, die das Formular verlangt: ZVR-Zahl, Steuernummer des Vereins, falls vorhanden, und die Bezeichnung laut Vereinsregister; für die Person Name, die zehnstellige Sozialversicherungsnummer oder, wenn es keine gibt, Geburtsdatum und Wohnadresse; den Zeitraum und den Gesamtbetrag.
  3. Leg fest, wer meldet. Laut BMF kann eine Person aus dem Vorstand oder aus der Lohnverrechnung die Mitteilung im Auftrag des Vereins erstellen und senden.
  4. Melde dich bei ELDA an, dem Meldeportal der Sozialversicherung. Die L 19 läuft über ELDA, nicht über FinanzOnline. Du brauchst dafür eine ID Austria; die Basisfunktion reicht.
  5. Erfasse für jede Person eine L 19 und übermittle sie.
  6. Speichere das Protokoll, das ELDA nach der Übermittlung ausgibt. Erst damit gilt die Meldung als übermittelt.

Beantrage die ID Austria rechtzeitig, nicht erst im Februar. Die Meldepflicht betrifft deinen Verein, nicht die Person, die PRAE bekommt.

Häufige Fragen

Bekommt unsere Obfrau im Sportverein PRAE?

Für die Arbeit als Obfrau nicht. Funktionärinnen und Funktionäre bekommen das kleine Freiwilligenpauschale oder den Ersatz der Fahrtkosten. Ist sie zugleich Trainerin, kann sie für die Trainingsmonate PRAE bekommen.

Muss ich für Spieler, die nur PRAE bekommen, ein Lohnkonto führen?

Nein. Zahlt dein Verein einer Person ausschließlich PRAE, reicht laut BMF eine vereinfachte Abrechnungsaufzeichnung. Ein Lohnkonto brauchst du, sobald zusätzlich Gehalt oder Prämien fließen.

Kann jemand PRAE von zwei Vereinen bekommen?

Ja, das ist möglich. Jeder Verein meldet seine eigenen Zahlungen mit der L 19. Was zusammen über 120 € am Tag oder 720 € im Monat hinausgeht, kann bei der Person nachträglich besteuert werden. Frag im Zweifel beim Finanzamt nach.

Zählt der Monat der Auszahlung oder der Monat des Trainings?

Für die Grenze von 720 € zählt der Kalendermonat der Tätigkeit. Zahlst du die PRAE für März erst im April aus, prüfst du die Grenze für März.

Wann ist die L 19 für 2026 fällig?

Bis Ende Februar 2027, also bis 28. Februar 2027. Die Übermittlung läuft über ELDA, nicht über FinanzOnline.

Fazit

Die PRAE ist das wichtigste Werkzeug, um im gemeinnützigen Sport Spielerinnen, Trainer und Schiedsrichterinnen steuerfrei zu entschädigen: bis 120 € pro Einsatztag und 720 € im Monat. Die PRAE gilt nur für diese Gruppen und nur im Körpersport; Funktionärinnen und Helfer bekommen das Freiwilligenpauschale oder Fahrtkosten. Wenn du Einsatztage sauber aufzeichnest, die Sozialversicherungsbedingung im Blick behältst, PRAE und andere Ersätze nicht im selben Monat mischst und die L 19 bis Ende Februar über ELDA übermittelst, bist du auf der sicheren Seite.

Checkliste: PRAE zahlen und mit der L 19 melden

So zahlst du die PRAE im Sportverein richtig aus und erledigst die Meldung bis Ende Februar.

Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Fachberatung.