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Steuern im Verein: Welche Steuern zahlt dein Verein?

Wann muss dein Verein Steuern zahlen? Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer. Alle Steuerbereiche und Freibeträge kompakt & einfach erklärt.

Finanzen & Steuern · 14 Min. Lesezeit

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Von campai Redaktion

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Steuern im Verein sind ein Thema, das viele Vereinsvorstände und Schatzmeister beschäftigt. Nur weil ein Verein gemeinnützig ist, bedeutet das nicht, dass er automatisch steuerfrei ist. Ob und welche Steuern anfallen, hängt vom Vereinszweck, den Einnahmen und den Tätigkeiten ab. Dieser Artikel zeigt dir, welche Steuern für deinen Verein relevant sind, welche Freibeträge es gibt und was du beim Finanzamt beachten musst.

Müssen Vereine Steuern zahlen?

Ja, auch Vereine sind grundsätzlich steuerpflichtig. Entscheidend ist dabei nicht nur die Rechtsform (eingetragener oder nicht eingetragener Verein), sondern vor allem der Vereinszweck und die Art der Einnahmen. Gemeinnützige Vereine genießen zwar erhebliche Steuerprivilegien, sind aber nicht vollständig von der Steuerpflicht befreit.

Ob ein Verein Steuern entrichten muss und in welcher Höhe sie anfallen, bestimmen der Vereinszweck und die konkrete Betätigung des Vereins. Sobald ein Verein einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb betreibt, wird er in bestimmten Bereichen steuerpflichtig, unabhängig von der Gemeinnützigkeit.

Als gemeinnützige Körperschaft können übrigens auch Stiftungen und Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften (AG) oder GmbHs anerkannt werden. Auch Körperschaften, die in einem EU-Mitgliedstaat ansässig sind und inländische Einkünfte beziehen, sind betroffen.

Besteuerung für Vereine im Überblick

Es gibt viele verschiedene Arten von Steuern, die in Deutschland anfallen können. Nicht alle davon sind für Vereine relevant. Hier ein schneller Überblick.

Einkommensteuer

Ein Verein zahlt grundsätzlich keine Einkommensteuer. Diese ist ausschließlich für natürliche Personen vorbehalten. Ein Verein gilt gemäß § 1 Abs. 1 Körperschaftsteuergesetz (KStG) als Körperschaft und unterliegt daher der Körperschaftsteuer, nicht der Einkommensteuer. (§ 1 KStG)

Körperschaftsteuer im Verein

Die Körperschaftsteuer ist die wichtigste direkte Steuer für Vereine. Bei gemeinnützigen Vereinen gibt es jedoch Besonderheiten: Nicht alle Einkünfte sind körperschaftsteuerpflichtig, nur die aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.

Der Körperschaftsteuersatz für Vereine beträgt 15 % des zu versteuernden Einkommens, dazu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Bei gemeinnützigen Vereinen fällt sie nur an, wenn die Einnahmen aus allen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben einschließlich Umsatzsteuer mehr als 50.000 Euro im Jahr betragen (Besteuerungsgrenze nach § 64 Abs. 3 AO, seit 2026; bis 2025: 45.000 Euro). Die Grenze ist eine Freigrenze: Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn aus diesen Geschäftsbetrieben steuerpflichtig. Davon wird ein Freibetrag von 5.000 Euro abgezogen (§ 24 KStG); besteuert wird nur der darüber hinausgehende Betrag. (§ 64 AO; § 24 KStG; § 11 GewStG; § 23 KStG; § 4 SolzG)

Gemeinnützige Vereine sind gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftsteuer befreit, jedoch nur für ihre ideelle Tätigkeit, Vermögensverwaltung und Zweckbetriebe. Für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gilt die Steuerpflicht. (§ 5 KStG)

Gemeinnützige Vereine müssen jährlich eine Körperschaftsteuererklärung beim Finanzamt abgeben, wenn ihre Einnahmen aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben die Besteuerungsgrenze von 50.000 Euro übersteigen. Bleiben sie darunter, fordert das Finanzamt die Erklärung in der Regel nur alle drei Jahre an. (§ 64 AO; § 149 AO; BMF: AEAO zu § 59 AO (2026))

Gewerbesteuer im Verein

Die Gewerbesteuer ist der Körperschaftsteuer sehr ähnlich. Gemeinnützige Vereine müssen sie nur für bestimmte Bereiche entrichten. Erträge im ideellen Bereich, aus Zweckbetrieben oder aus der Vermögensverwaltung bleiben steuerfrei.

Wichtige Freigrenze: Für die Gewerbesteuer gilt dieselbe Besteuerungsgrenze wie für die Körperschaftsteuer. Betragen die Einnahmen eines gemeinnützigen Vereins aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben einschließlich Umsatzsteuer nicht mehr als 50.000 Euro im Jahr (bis 2025: 45.000 Euro), fällt keine Gewerbesteuer an (§ 3 Nr. 6 GewStG, § 64 Abs. 3 AO). Wird dieser Betrag überschritten, ermittelt das Finanzamt den Gewerbeertrag. (§ 3 GewStG; § 64 AO)

Der Gewerbeertrag wird auf volle 100 Euro abgerundet und durch Korrekturen des Gewinns aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ermittelt. Der Gewerbeertrag bleibt bis 5.000 Euro steuerfrei. Bei Überschreitung muss der Verein eine Gewerbesteuererklärung einreichen. (§ 24 KStG; § 11 GewStG)

Umsatzsteuer im Verein

Die Umsatzsteuer kann in einem Verein genauso wie in anderen Unternehmen anfallen. Sie hat mit der Gewerbe- und Körperschaftsteuer jedoch wenig zu tun. Grundlage sind vier Tätigkeitsbereiche:

  • Ideeller Bereich: umsatzsteuerfrei (§ 4 UStG)
  • Vermögensverwaltung ist oft steuerfrei (z. B. Zinsen, bestimmte Vermietung)
  • Zweckbetrieb: ermäßigter Steuersatz von 7 % möglich (§ 12 UStG)
  • Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb: in der Regel voller Steuersatz von 19 %, für Speisen 7 % (§ 12 UStG)

Tipp: Viele kleine Vereine können von der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG profitieren. Hat der Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betragen und übersteigt er im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht (seit 2025, Nettobeträge), muss der Verein keine Umsatzsteuer abführen. Eine Umsatzsteuererklärung muss er dann nur abgeben, wenn das Finanzamt sie anfordert. (§ 19 UStG)

Lohnsteuer im Verein

Ob ein Verein Lohnsteuer zahlen muss, hängt davon ab, ob er als Arbeitgeber auftritt. Ist das der Fall, behält der Verein die Lohnsteuer für seine Arbeitnehmer vom Lohn oder Gehalt ein und führt sie an das Finanzamt ab.

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Die vier Steuerbereiche im Verein (Sphären)

Im Steuerrecht werden für Vereine vier Steuerbereiche unterschieden, auch Sphären genannt. Alle Einnahmen und Ausgaben eines Vereins müssen immer einer dieser vier Sphären zugeordnet werden. Die Zuordnung entscheidet, ob und welche Steuern anfallen.

Ideeller Bereich

Zum ideellen Bereich gehören alle Aktivitäten, die zum Ziel haben, die satzungsgemäßen Zwecke des Vereins zu erfüllen. Es geht dabei nicht darum, Einnahmen zu erzielen. Dieser Bereich ist steuerlich privilegiert und bleibt in der Regel komplett steuerfrei.

Folgende Einnahmen können dem ideellen Bereich zugeordnet werden:

  • Aufnahmegebühren
  • Mitgliedsbeiträge
  • Spenden
  • Schenkungen und Erbschaften, sofern sie im gemeinnützigen Bereich verwendet werden
  • Zuschüsse und Fördermittel

Diese Ausgaben gehören zum ideellen Bereich:

  • Auslagenersatz
  • Ehrenamtspauschale (§ 3 EStG)
  • Übungsleiterpauschale (§ 3 EStG)
  • Geräte und Vereinskleidung, wenn diese für die Erreichung des Vereinszwecks nötig sind

Raummieten und -pachten, die zur Zweckerreichung genutzt werden

Einnahmen Ausgaben
Aufnahmegebühren Auslagenersatz
Mitgliedsbeiträge Ehrenamtspauschale (§ 3 EStG)
Spenden Übungsleiterpauschale (§ 3 EStG)
Schenkungen und Erbschaften Geräte und Vereinskleidung
Zuschüsse und Fördermittel Raummieten und -pachten

Vermögensverwaltung

Wenn der Verein vorhandenes Vermögen nutzt, um Einnahmen zu generieren, spricht man von Vermögensverwaltung. Dazu zählt zum Beispiel die verzinsliche Anlage von Kapital oder die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken und Wohnungen.

Wichtig: Durch eine Vermögensverwaltung dürfen dem Verein keine dauerhaften Verluste entstehen, die durch zweckgebundene Mittel gedeckt werden müssen.

Beispiele für Einnahmen der Vermögensverwaltung:

  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung
  • Zinseinnahmen
  • Einnahmen aus der Vergabe von Rechten wie Verkauf, Vermarktung oder Werbung

Diese Ausgaben sind der Vermögensverwaltung zuzuordnen:

  • Kosten, die im Zuge der Vermietung oder Verpachtung entstehen
  • Kosten für den Verkauf von Vermögen
  • Zinsen und Gebühren für Darlehen, Depots und Konten
  • Kosten für die Pflege, Wartung und Instandhaltung
  • Grundbesitzabgaben

Zweckbetrieb

Aktivitäten im Verein, die Einnahmen erwirtschaften und gleichzeitig dem gemeinnützigen Satzungszweck dienen, nennt man Zweckbetrieb. Der Zweckbetrieb gehört zwar zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, ist aber privilegiert und unterstützt die Gemeinnützigkeit des Vereins.

Was genau ein Zweckbetrieb ist, regeln die §§ 65 bis 68 AO. Die §§ 66 bis 68 AO nennen bestimmte Zweckbetriebe ausdrücklich, etwa sportliche Veranstaltungen (§ 67a AO). Im Übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen des § 65 AO: (§ 65 AO; § 66 AO; § 67a AO; § 68 AO)

  • Mit einer Tätigkeit werden die satzungsgemäßen Zwecke verfolgt.
  • Die Zwecke können ausschließlich durch diese Tätigkeit erreicht werden.
  • Die Tätigkeit tritt nicht stärker in Wettbewerb mit gewerblichen Unternehmen, als es zur Erfüllung der Zwecke unvermeidbar ist.

Typische Einnahmen im Zweckbetrieb: Kurs- und Teilnahmegebühren, Start- und Meldegelder für Wettkämpfe, Verkaufserlöse von Programmheften, Kitagebühren, Mahlzeitendienste und der Verkauf von Vereinsabzeichen an Mitglieder (sofern dem Vereinszweck entsprechend).

Zu den Ausgaben im Zweckbetrieb gehören unter anderem:

  • Kosten für die Vertragsgestaltung mit Fernsehen und Rundfunk
  • Herstellungskosten für Programmhefte und Festschriften (diese dürfen keine Werbung enthalten)
  • Kosten für satzungsgemäße Veranstaltungen

Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb ist die einzige Sphäre, in der Körperschaft- und Gewerbesteuer anfallen können, bei gemeinnützigen Vereinen allerdings erst oberhalb der Besteuerungsgrenze von 50.000 Euro Einnahmen im Jahr. Hierbei handelt es sich um eine selbstständige, nachhaltige Tätigkeit, die nicht dem Satzungszweck dient und Einnahmen oder wirtschaftliche Vorteile erzielt, die den Rahmen einer Vermögensverwaltung überschreiten. (§ 64 AO)

Eine Gewinnerzielungsabsicht ist dabei nicht erforderlich – es geht vielmehr um den Leistungsaustausch. Genau das grenzt den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb vom ideellen Bereich ab.

Einnahmen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs:

  • Verkauf von Speisen und Getränken
  • Verkauf von Gegenständen und Geräten
  • Sponsoring-Einnahmen
  • Werbeeinnahmen
  • Veranstaltung von Basaren, Flohmärkten, Straßenfesten und ähnlichem
  • Einnahmen aus selbst bewirtschaftetem Kiosk, Vereinsgaststätte oder Vereinsheim
  • Eintrittsgelder für gesellige Veranstaltungen

Ausgaben des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs:

  • Einkauf von Speisen und Getränken
  • Kosten für Werbemaßnahmen
  • Ankauf von Handelsware
  • Kosten für Künstler, Reinigung und Bedienung
  • Gebühren wie GEMA oder Rundfunkbeitrag
  • Kosten für Verpackungen, Geschirr und Besteck bei Veranstaltungen

Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale

Zwei steuerliche Vergünstigungen sind für viele Vereine besonders relevant: die Übungsleiterpauschale und die Ehrenamtspauschale. Beide ermöglichen es, Ehrenamtliche zu vergüten, ohne dass Steuern und Sozialabgaben fällig werden. (§ 3 EStG)

Die Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG) gilt für Personen, die nebenberuflich als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder in vergleichbarer Funktion tätig sind. Bis zu 3.300 Euro pro Jahr sind steuer- und sozialabgabenfrei. Typische Beispiele: Sporttrainer im Fußball- oder Tennisverein, Chorleiter, Jugendgruppenleiter. (§ 3 EStG; BMF: R 3.26 LStR – nebenberufliche Tätigkeiten; § 1 SvEV)

Die Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG) gilt für alle anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten im gemeinnützigen Verein. Hier sind bis zu 960 Euro pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei. (§ 3 EStG; § 1 SvEV)

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Spenden und Mitgliedsbeiträge: Wann fallen Steuern an?

Gemeinnützige Vereine leben häufig von Spenden. Doch müssen diese versteuert werden? Im gemeinnützigen Verein gilt: Spenden müssen weder vom Empfänger noch vom Spender versteuert werden. Auf ausdrücklichen Wunsch des Spenders können die Spenden sogar zur Vermögensbildung genutzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Zuwendung dem ideellen Zweck des Vereins zufließt und freiwillig sowie ohne Gegenleistung ist.

Spender können ihre Zuwendung von der Steuer absetzen: Bis zu 20 % der gesamten Einkünfte können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Eine Spendenbescheinigung (Zuwendungsbestätigung) dient als Nachweis. (§ 50 EStDV; § 10b EStG)

Mitgliedsbeiträge unterliegen keiner Besteuerung, wenn der Verein gemeinnützig ist. Sie werden dem ideellen Bereich zugeordnet. Sobald ein Verein jedoch Mitarbeiter beschäftigt, muss er als Arbeitgeber Lohnsteuer zahlen.

Steuererklärung im Verein

Vereine müssen sich bereits bei der Gründung als Steuersubjekt beim zuständigen Finanzamt anmelden. Sie erhalten eine Steuernummer, unter der alle zukünftigen Steuerformulare zugeordnet werden. Im ersten Geschäftsjahr ist grundsätzlich eine Steuererklärung abzugeben. Ob dies auch in Folgejahren nötig ist, entscheidet das Finanzamt individuell.

Wenn das Finanzamt dem Verein die Gemeinnützigkeit bestätigt (Freistellungsbescheid), ist in der Regel nur alle drei Jahre eine Steuererklärung notwendig. Übersteigen die Einnahmen aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben allerdings die Besteuerungsgrenze von 50.000 Euro im Jahr (bis 2025: 45.000 Euro), muss der Verein jährlich eine Körperschaftsteuererklärung einreichen. (§ 64 AO; § 63 AO; § 149 AO; BMF: AEAO zu § 59 AO (2026))

Das Finanzamt prüft im Drei-Jahres-Intervall, ob die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit noch erfüllt sind. Dafür reicht der Verein die Körperschaftsteuererklärung (Vordruck KSt 1) mit der Anlage Gem ein; die früheren Vordrucke Gem 1 und Gem 1 A gibt es seit dem Veranlagungszeitraum 2017 nicht mehr. Steuererklärungen werden über ELSTER (das offizielle Online-Portal der Finanzverwaltung) elektronisch übermittelt.

Wichtige Unterlagen für das Finanzamt

Welche Unterlagen braucht das Finanzamt, wenn es um Steuern im Verein geht?

  • Steuerformular KSt1 (Körperschaftsteuererklärung)
  • Vereinssatzung
  • Anlage Gem (Gemeinnützigkeitsnachweis)
  • Tätigkeitsbericht für jedes Jahr
  • Jahresabschluss für jedes Jahr

Nutzt dein Verein die vereinfachte Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), reicht diese als Jahresabschluss beim Finanzamt aus.

Je nach individueller Besteuerungssituation kommen noch eine Gewerbesteuererklärung, eine Körperschaftsteuererklärung sowie eine Umsatzsteuererklärung hinzu. Mehr dazu im Artikel zur Vereinsbuchhaltung.

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Fazit

Auch Vereine müssen Steuern zahlen – aber nicht auf alles. Gemeinnützige Vereine profitieren von erheblichen Steuervorteilen: Ideeller Bereich, Vermögensverwaltung und Zweckbetriebe sind weitgehend steuerfrei. Steuerpflichtig wird es erst beim wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, und auch dort greifen Freibeträge und Freigrenzen.

Die vier Steuerbereiche (Sphären), die Unterschiede zwischen Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sowie die Regelungen zur Übungsleiterpauschale und zu Spenden und Steuererklärung sind die wichtigsten Punkte, die du als Vereinsverantwortlicher kennen solltest. Bei komplexen Fragen empfiehlt sich eine steuerliche Beratung durch einen Steuerberater mit Vereinserfahrung. (§ 3 EStG; § 10b EStG)

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Häufige Fragen zu Steuern im Verein

Wann muss ein Verein Steuern zahlen?

Ein gemeinnütziger Verein muss Körperschaft- und Gewerbesteuer zahlen, sobald die Einnahmen aus seinen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben einschließlich Umsatzsteuer 50.000 Euro im Jahr übersteigen (Besteuerungsgrenze, bis 2025: 45.000 Euro). Wird diese Freigrenze überschritten, ist der gesamte Gewinn daraus steuerpflichtig; bei beiden Steuern wird davon ein Freibetrag von 5.000 Euro abgezogen. Umsatzsteuer kann unabhängig davon anfallen. Gemeinnützige Vereine sind in ihrem ideellen Bereich, bei Zweckbetrieben und in der Vermögensverwaltung grundsätzlich steuerfrei. (§ 64 AO; § 24 KStG; § 11 GewStG)

Wie viel darf ein gemeinnütziger Verein einnehmen?

Für Einnahmen im ideellen Bereich (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüsse) gibt es keine gesetzliche Obergrenze. Für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe gilt: Bis 50.000 Euro Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer im Jahr fallen weder Körperschaft- noch Gewerbesteuer an. Darüber wird der Gewinn besteuert, nach Abzug eines Freibetrags von jeweils 5.000 Euro. Die Gemeinnützigkeit bleibt erhalten, solange die wirtschaftliche Tätigkeit nicht den gemeinnützigen Zweck überwiegt. (§ 64 AO; § 24 KStG; § 11 GewStG)

Was ist die Kleinunternehmerregelung für Vereine?

Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG ermöglicht es kleinen Vereinen, auf die Erhebung und Abführung von Umsatzsteuer zu verzichten. Hat der Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten und überschreitet er im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht (Grenzen seit 2025), weist der Verein auf Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und muss eine Umsatzsteuererklärung nur auf Anforderung des Finanzamts abgeben. Achtung: Auf Rechnungen muss dann ein entsprechender Hinweis stehen. (§ 19 UStG)

Wie oft muss ein Verein eine Steuererklärung abgeben?

Gemeinnützige Vereine, deren Einnahmen aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben die Besteuerungsgrenze von 50.000 Euro nicht übersteigen, müssen in der Regel nur alle drei Jahre eine Körperschaftsteuererklärung mit der Anlage Gem einreichen, wenn das Finanzamt sie anfordert. Liegen die Einnahmen darüber, reichen sie die Körperschaftsteuererklärung jährlich ein. Im Gründungsjahr ist grundsätzlich immer eine Steuererklärung fällig. (§ 64 AO; § 149 AO; BMF: AEAO zu § 59 AO (2026))


Disclaimer

Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernommen werden. Steuerliche Regelungen können sich ändern und sind stets vom Einzelfall abhängig. Im Zweifel solltest du dich an einen Steuerberater oder eine qualifizierte Fachperson wenden.

Quellen

Stand:

campai Redaktion

Redaktion der campai Akademie

Fachlicher Hintergrund: Entwicklung von Software für Vereinsverwaltung. Die Redaktion bereitet Themen aus der Vereinsorganisation auf und verlinkt die verwendeten Rechts- und Verwaltungsquellen.

Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Fachberatung.