Nicht eingetragener Verein (n.e.V.): Gründung, Vorteile & Haftung
Nicht eingetragener Verein (n.e.V.) einfach erklärt: Was bedeutet das, wie gründest du einen, und welche Vor- und Nachteile gibt es? Alles Wichtige im Überblick.
Führung & Organisation · 15 Min. Lesezeit
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Von campai Redaktion

Nicht eingetragener Verein (n.e.V.) einfach erklärt: Was bedeutet das, wie gründest du einen, und welche Vor- und Nachteile hat diese Rechtsform? Alle wichtigen Infos kompakt.
Die meisten Vereine, über die man im Alltag stolpert, sind eingetragene Vereine. Was jedoch viele nicht wissen: Ein Verein muss nicht zwangsläufig eingetragen sein. Doch welche Vor- und Nachteile bringt ein nicht eingetragener Verein mit sich? Und worauf muss man bei der Gründung achten? Das wird im folgenden Artikel geklärt.
Eingetragener vs. nicht eingetragener Verein: Die wichtigsten Unterschiede
Der wohl offensichtlichste Unterschied zwischen einem eingetragenen und einem nicht eingetragenen Verein ist die Eintragung ins Vereinsregister, was mit verschiedenen Besonderheiten einhergeht.
Jedoch haben beide Vereinsformen auch einiges gemeinsam: Die Mitglieder verfolgen als freiwilliger Zusammenschluss einen gemeinsamen Zweck. Somit agieren die Mitglieder auch unter einem gemeinsamen Vereinsnamen, unabhängig von wechselnden Mitgliedern bleibt der Verein dadurch bestehen.
Ebenfalls gemeinsam haben beide Formen, dass es einen Vorstand sowie eine Mitgliederversammlung gibt. Überdies legt eine eigene Satzung die Grundlagen fest.
Alles Wichtige zur Gründung und den Pflichten des eingetragenen Vereins findest du im campai-Akademie-Artikel zum e.V.
| Merkmal | Nicht eingetragener Verein | Eingetragener Verein |
|---|---|---|
| Eintragung im Vereinsregister | Nein, keine Eintragung erforderlich | Ja, im Vereinsregister beim Amtsgericht |
| Geschäftsfähigkeit | Verträge im Vereinsnamen möglich; wer handelt, haftet zusätzlich persönlich (§ 54 Abs. 2 BGB). Kann klagen und verklagt werden. (§ 54 BGB: Vereine ohne Rechtspersönlichkeit) | Vertragsabschluss im eigenen Namen, Klagen einreichen, verklagt werden. |
| Mitgliederzahl | Keine Mindestanzahl vorgeschrieben | Mindestens 7 zur Gründung |
| Vorteile | Einfachere Gründung, weniger bürokratischer Aufwand | Eigene Rechtspersönlichkeit, keine persönliche Haftung der Handelnden aus Verträgen, höhere Rechtssicherheit |
| Kosten | Keine Eintragungskosten | Eintragungskosten |
| Geschäftsführung | Vorstand; die Regeln für den e.V. (§§ 24 bis 53 BGB) gelten entsprechend (§ 24 BGB: Sitz; § 53 BGB: Schadensersatzpflicht der Liquidatoren; § 54 BGB: Vereine ohne Rechtspersönlichkeit) | Vorstand gemäß Satzung & BGB geregelt |
| Vertreten nach außen | Vorstand (§ 26 BGB entsprechend) (§ 26 BGB: Vorstand und Vertretung) | Vorstand vertritt den Verein offiziell |
Was genau ist ein nicht eingetragener Verein?
Ein nicht eingetragener Verein ist nicht im Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichts eingetragen. Früher sprach das Gesetz vom „nicht rechtsfähigen Verein“. Seit dem 1. Januar 2024 heißt er in § 54 BGB „Verein ohne Rechtspersönlichkeit“, weil er nach heutigem Verständnis rechtsfähig ist: Er kann selbst Rechte erwerben und Verpflichtungen eingehen. Eine juristische Person wie der eingetragene Verein ist er aber nicht. (§ 54 BGB: Vereine ohne Rechtspersönlichkeit)
Ist der Zweck des Vereins nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet, gelten für ihn die Vorschriften über den eingetragenen Verein (§§ 24 bis 53 BGB) entsprechend. Nur für Vereine mit wirtschaftlichem Zweck gilt das Gesellschaftsrecht (§ 54 Abs. 1 BGB). Die Mitglieder eines nicht wirtschaftlichen Vereins haften deshalb nicht mit ihrem Privatvermögen für die Schulden des Vereins. Persönlich haftet aber, wer im Namen des Vereins ein Rechtsgeschäft abschließt; handeln mehrere, haften sie als Gesamtschuldner (§ 54 Abs. 2 BGB). Ein nicht eingetragener Verein kann außerdem unter seinem Namen verklagt werden und auch selbst klagen. (§ 24 BGB: Sitz; § 53 BGB: Schadensersatzpflicht der Liquidatoren; § 54 BGB: Vereine ohne Rechtspersönlichkeit)
Auch die Haftungsregeln der §§ 31 ff. BGB gelten entsprechend, etwa die Haftungserleichterungen für unentgeltlich oder gering vergütet tätige Vorstands- und Vereinsmitglieder (§§ 31a, 31b BGB). Der wesentliche Unterschied zum eingetragenen Verein ist die persönliche Haftung der Handelnden nach § 54 Abs. 2 BGB. Ist der Zweck des Vereins dagegen auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet, haften wie bei einer Gesellschaft auch die Mitglieder persönlich, was im Ernstfall zu erheblichen finanziellen Belastungen führen kann. (§ 31 BGB: Haftung des Vereins für Organe; § 31a BGB: Haftung von Organmitgliedern und besonderen Vertretern; § 31b BGB: Haftung von Vereinsmitgliedern; § 54 BGB: Vereine ohne Rechtspersönlichkeit)
Tipp: Alles zur persönlichen Haftung im Verein erklärt campai ausführlich im Akademie-Bereich.
Bei Finanzbehörden kann ein nicht eingetragener Verein ebenfalls als Verein geführt werden, wodurch er steuerliche Vorteile erlangen kann. Er kann zudem die Bezeichnung „gemeinnützig“ erhalten. Dazu ist keine Eintragung ins Vereinsregister nötig.
Nicht eingetragenen Verein gründen: So geht's Schritt für Schritt
Damit ein nicht eingetragener Verein gegründet werden kann, braucht es bloß zwei volljährige Personen. Im Kontrast dazu benötigt die Gründung eines eingetragenen Vereins sieben Personen. (§ 56 BGB: Mindestmitgliederzahl des Vereins)
Benötigt wird außerdem eine Satzung, die man auch als „Grundgesetz“ des Vereins bezeichnen kann. Mit einem Beschluss wird sie als verbindlich angesehen. Überdies braucht jeder Verein einen Vorstand. Nur so wird die Beschlussfähigkeit innerhalb des Vereins gewährleistet.
Zwar besteht bei einem nicht eingetragenen Verein keine Pflicht zum schriftlichen Gründungsprotokoll, allerdings kann es sich aus verschiedenen Gründen lohnen, es dennoch aufzusetzen. Auf diese Weise wird die Vereinsgründung gründlich dokumentiert, sodass man sich zu einem späteren Zeitpunkt darauf beziehen kann.
Vereinssatzung des nicht eingetragenen Vereins
Die Vereinssatzung des nicht eingetragenen Vereins bildet die rechtliche Grundlage des Vereins. Anders als beim eingetragenen Verein gibt es keine starren Formvorschriften. Die Satzung muss weder notariell beglaubigt noch beim Registergericht eingereicht werden. Trotzdem sollte sie folgende Punkte regeln: Vereinsname und Vereinszweck, die Aufgaben des Vorstands, Regelungen zur Mitgliederversammlung sowie Beitritts- und Austrittsbedingungen.
Wichtig: Wer später die Satzungsänderung plant oder den Verein eintragen lassen will, braucht eine satzungsgemäße Grundlage. Ein gut aufgesetztes Dokument spart später viel Aufwand.
Anmeldung beim Finanzamt
Für die Gründung und die steuerliche Erfassung eines nicht eingetragenen Vereins sind folgende Schritte üblich:
- Wer die Gemeinnützigkeit anstrebt, sollte den Satzungsentwurf vorab dem Finanzamt zur Prüfung vorlegen.
- In der Gründerversammlung wird die Satzung beschlossen und der Vereinsvorstand gewählt.
- Der Vorstand muss die Gründung innerhalb eines Monats dem Finanzamt melden (§ 137 AO). (§ 137 AO: Steuerliche Erfassung von Körperschaften, Vereinigungen und Vermögensmassen)
Die Anmeldung des Vereins beim Finanzamt kann formlos erfolgen. Informationen, die dabei benötigt werden, sind der Vereinsname, Vereinszweck, die Namen und Adressen der Vorstandsmitglieder sowie die geplanten Aktivitäten des Vereins. Zudem gilt es, die Kopie der Vereinssatzung und eine Aufstellung der geplanten Einnahmen und Ausgaben für das kommende Geschäftsjahr beizufügen. Ist dies geschafft, kann das Finanzamt den nicht eingetragenen Verein steuerlich erfassen und ihm seine Steuernummer übermitteln.
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Vorteile und Nachteile des nicht eingetragenen Vereins
Ob ein nicht eingetragener Verein die richtige Wahl ist, hängt vom Einzelfall ab. Hier sind die wichtigsten Punkte im Überblick:
Vorteile des n.e.V.:
- Gründung ohne Registereintragung: Für den nicht wirtschaftlichen Verein ohne Rechtspersönlichkeit gelten die Vereinsregeln nach § 54 BGB entsprechend. Eine Anmeldung beim Vereinsregister ist für diese Rechtsform nicht erforderlich. (§ 54 BGB)
- Kostenersparnis: Keine Eintragungsgebühren, keine Notarkosten.
- Gemeinnützigkeit möglich: Der n.e.V. kann steuerliche Vorteile genießen, ohne eingetragen zu sein.
- Weniger Bürokratie: Keine Pflicht zur Anmeldung von Satzungsänderungen beim Registergericht.
- Flexibilität: Der Verein kann unkompliziert aufgelöst oder umgewandelt werden.
Nachteile des n.e.V.:
- Persönliche Haftung: Mitglieder, die im Namen des Vereins handeln, können persönlich haften.
- Bankkonto schwierig: Viele Banken verweigern einem nicht eingetragenen Verein ein Konto auf den Vereinsnamen.
- Nachweisprobleme: Ohne Eintrag im Vereinsregister fehlt ein öffentlicher Nachweis, wer den Verein vertreten darf.
- Keine optimale Außenwirkung: Geschäftspartner und Fördergeber bevorzugen oft eingetragene Vereine.
Steuern im nicht eingetragenen Verein
Steuerlich wird ein nicht eingetragener Verein nicht wie eine GbR behandelt, bei der die Einkünfte den Mitgliedern zugerechnet werden. Als „Verein ohne Rechtspersönlichkeit“ ist er selbst körperschaftsteuerpflichtig (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG), genau wie ein eingetragener Verein. Von seinem steuerpflichtigen Einkommen wird ein Freibetrag von 5.000 Euro abgezogen (§ 24 KStG). (§ 1 KStG: Unbeschränkte Steuerpflicht; § 24 KStG: Freibetrag für bestimmte Körperschaften; § 11 GewStG: Steuermesszahl und Steuermessbetrag)
Bei der Umsatzsteuer kann ein nicht eingetragener Verein, ob gemeinnützig oder nicht, die Kleinunternehmerregelung nutzen (§ 19 UStG): Seit 2025 fällt keine Umsatzsteuer an, solange sein Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betragen hat und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet. (§ 19 UStG: Besteuerung der Kleinunternehmer)
Für gemeinnützige Vereine gilt zusätzlich die Besteuerungsgrenze nach § 64 Abs. 3 AO: Gewinne aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben bleiben frei von Körperschaft- und Gewerbesteuer, solange die Einnahmen daraus einschließlich Umsatzsteuer insgesamt nicht mehr als 50.000 Euro im Jahr betragen (seit 2026; bis 2025: 45.000 Euro). Für nicht gemeinnützige Vereine gilt diese Grenze nicht. Fordert das Finanzamt eine Steuererklärung an, muss der Verein sie abgeben; bei gemeinnützigen Vereinen geschieht das in der Regel alle drei Jahre zur Prüfung der Gemeinnützigkeit. (§ 64 AO: Steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe)
Für die steuerliche Erfassung meldet sich der Verein formlos beim zuständigen Finanzamt an und erhält anschließend eine Steuernummer. Gemeinnützige nicht eingetragene Vereine haben darüber hinaus die Möglichkeit, beim Finanzamt eine Befreiung von der Körperschaftsteuer zu beantragen. Mehr dazu in unserem Artikel Steuern im Verein.
Der Vorstand des nicht eingetragenen Vereins
Auch ein nicht eingetragener Verein braucht einen Vorstand. Dieser ist für die Geschäftsführung und die Vertretung des Vereins nach außen zuständig. Die Aufgaben des Vorstands sind in der Vereinssatzung geregelt.
Typische Aufgaben des Vorstands im n.e.V.:
- Vertretung des Vereins gegenüber Behörden, Banken und Vertragspartnern
- Verwaltung des Vereinsvermögens und der Mitgliedsbeiträge
- Einberufung und Leitung der Mitgliederversammlung
- Umsetzung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung
Im Gegensatz zum eingetragenen Verein haftet der Vorstand im nicht eingetragenen Verein in bestimmten Fällen persönlich: Wer im Namen des Vereins einen Vertrag abschließt, haftet für die Verpflichtungen daraus neben dem Verein auch selbst; handeln mehrere, haften sie als Gesamtschuldner (§ 54 Abs. 2 BGB). Das gilt unabhängig davon, ob der Verein wirtschaftlich tätig ist. (§ 54 BGB: Vereine ohne Rechtspersönlichkeit)
Gemeinnützigkeit im nicht eingetragenen Verein
Es ist möglich, dass nicht eingetragene Vereine die Gemeinnützigkeit nach §§ 51-68 Abgabenordnung (AO) beantragen können. Der Grundstein dafür wird mit der Satzung gelegt, die die Ziele des Vereins beinhaltet. Die Gemeinnützigkeit wird unter anderem deshalb beantragt, da sie mit steuerlichen Vorteilen einhergeht. (§ 51 AO: Allgemeines; § 68 AO: Einzelne Zweckbetriebe)
Die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit sind für eingetragene und nicht eingetragene Vereine identisch. Es müssen mildtätige, kirchliche oder gemeinnützige Zwecke verfolgt werden. Das muss klar aus der Satzung hervorgehen.
Das Finanzamt stellt nach Prüfung einen Freistellungsbescheid aus, der die Gemeinnützigkeit bestätigt. Damit kann der n.e.V. Spendenquittungen ausstellen und von Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit werden.

Vereinsvermögen und Bankkonto beim nicht eingetragenen Verein
Viele, die einen Verein gründen möchten, stellen sich die Frage nach dem Vereinsvermögen. Wie sieht es diesbezüglich beim nicht eingetragenen Verein aus? Früher galt das Vermögen als gemeinsames, „gesamthänderisch gebundenes“ Vermögen der Mitglieder. Diese Sicht ist seit der Reform zum 1. Januar 2024 überholt: Der Verein ohne Rechtspersönlichkeit gilt als rechtsfähig, und für ihn gelten die Regeln über den eingetragenen Verein entsprechend (§ 54 Abs. 1 BGB). Das Vermögen gehört deshalb dem Verein selbst. (§ 54 BGB: Vereine ohne Rechtspersönlichkeit)
Trotzdem darf nicht einfach jedes Mitglied über dieses Geld entscheiden oder es verwalten; das ist Aufgabe des Vorstands. Wer austritt, kann keinen Anteil am Vereinsvermögen mitnehmen, es bleibt beim Verein.
In der Praxis gibt es trotzdem Schwierigkeiten, zum Beispiel bei der Eröffnung eines Bankkontos. Viele Banken verweigern einem nicht eingetragenen Verein ein Konto auf den Vereinsnamen, da der Verein keine juristische Person ist. In der Praxis eröffnet der Vereinsvorstand das Konto auf seinen eigenen Namen und übernimmt damit auch die Haftung dafür. Wenn der Vorstand wechselt, ist das allerdings mit einem großen Aufwand verbunden. Immerhin kann das Konto nicht einfach übergeben werden, sondern es muss ein neues Konto vom neuen Vorstand eröffnet werden. Das ist ein Punkt, der die Verwaltung des nicht eingetragenen Vereins etwas komplizierter macht.
Rechtsstreitigkeiten: Aktive und passive Parteifähigkeit
Ein nicht eingetragener Verein kann sowohl verklagt werden als auch im eigenen Namen klagen. Man unterscheidet dabei zwischen einer aktiven und passiven Parteifähigkeit:
- Aktive Parteifähigkeit: Der Verein kann einen Rechtsstreit in seinem Namen führen.
- Passive Parteifähigkeit: Der Verein kann in einem Gerichtsverfahren Beklagter sein.
Wann eignet sich ein nicht eingetragener Verein?
Ein nicht eingetragener Verein kann unter bestimmten Voraussetzungen jederzeit ins Vereinsregister eingetragen werden und damit zu einem eingetragenen Verein (e.V.) werden. In manchen Fällen ist es jedoch empfehlenswert, die Rechtsform so zu belassen, wie sie ist. Einer der größten Vorteile eines nicht eingetragenen Vereins sind die schnelle Gründung und ein vom Staat recht unabhängiges Handeln.
Der nicht eingetragene Verein eignet sich vor allem in folgenden Fällen:
- befristete Zusammenschlüsse wie Bürgerinitiativen, die vorübergehend ein gemeinsames Ziel verfolgen
- Zwischenlösungen, bei denen der bürokratische Aufwand möglichst gering bleiben soll
- Übergangslösungen, bei denen noch nicht klar ist, ob eine regelmäßige Vereinsarbeit entstehen wird
- Zusammenschlüsse von Personen, die nicht gemeinnützig und unabhängig agieren wollen, z.B. politische Parteien
Auch dann, wenn die Voraussetzungen für einen eingetragenen Verein nicht gegeben sind, ist der nicht eingetragene Verein die ideale Lösung. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn keine sieben Gründungsmitglieder vorhanden sind. (§ 56 BGB: Mindestmitgliederzahl des Vereins)
Wenn das Vereinsleben jedoch sehr stabil ist und der Verein seine Ziele erfolgreich erreicht, sollte man über eine Eintragung nachdenken, da diese vor allem die handelnden Personen vor persönlicher Haftung schützt und dem Verein mehr Rechtssicherheit bringt.
Fazit
Ein nicht eingetragener Verein ist keine so häufige Rechtsform, aber in vielen Fällen durchaus relevant. Es bringt viele Besonderheiten mit sich, wenn du deinen Verein nicht ins Vereinsregister eintragen lässt. Auf lange Sicht gesehen empfiehlt sich für die meisten Vereine früher oder später eine Eintragung. Für wenig Bürokratie bei der Gründung ist ein nicht eingetragener Verein jedoch ideal.
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Häufig gestellte Fragen zum nicht eingetragenen Verein
Was bedeutet n.e.V.?
n.e.V. steht für "nicht eingetragener Verein". Im Gegensatz zum eingetragenen Verein (e.V.) ist er nicht im Vereinsregister des Amtsgerichts eingetragen und damit keine juristische Person im Sinne des BGB.
Wie viele Mitglieder braucht ein nicht eingetragener Verein?
Für die Gründung eines nicht eingetragenen Vereins reichen zwei volljährige Personen aus. Ein eingetragener Verein benötigt hingegen mindestens sieben Gründungsmitglieder. (§ 56 BGB: Mindestmitgliederzahl des Vereins)
Darf ein nicht eingetragener Verein Geld verdienen?
Ja, ein nicht eingetragener Verein darf Einnahmen erzielen. Ist er gemeinnützig, bleiben die Gewinne seiner wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe steuerfrei, solange die Einnahmen daraus 50.000 Euro im Jahr nicht übersteigen (bis 2025: 45.000 Euro). Ein nicht gemeinnütziger Verein muss sein Einkommen versteuern, soweit es den Freibetrag von 5.000 Euro übersteigt. (§ 64 AO: Steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe; § 24 KStG: Freibetrag für bestimmte Körperschaften; § 11 GewStG: Steuermesszahl und Steuermessbetrag)
Kann ein nicht eingetragener Verein ein Bankkonto eröffnen?
Das ist schwierig. Die meisten Banken vergeben kein Konto auf den Namen eines nicht eingetragenen Vereins, da dieser keine juristische Person ist. In der Praxis übernimmt der Vorstand ein privates Geschäftskonto und haftet dafür persönlich.
Muss ein nicht eingetragener Verein eine Steuererklärung abgeben?
Ja, wenn er steuerpflichtige Einkünfte erzielt oder das Finanzamt ihn dazu auffordert. Gemeinnützige Vereine sind weitgehend von der Körperschaftsteuer befreit. Solange ihre Einnahmen aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben 50.000 Euro im Jahr nicht übersteigen (bis 2025: 45.000 Euro), geben sie in der Regel nur die Erklärung ab, die das Finanzamt etwa alle drei Jahre zur Prüfung der Gemeinnützigkeit anfordert. (§ 64 AO: Steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe)
Checkliste: Nicht eingetragenen Verein gründen
Nutze diese Liste, um deinen n.e.V. sauber aufzusetzen.
Quellen
Stand:
- § 54 BGB
- § 24 BGB: Sitz
- § 53 BGB: Schadensersatzpflicht der Liquidatoren
- § 26 BGB: Vorstand und Vertretung
- § 31 BGB: Haftung des Vereins für Organe
- § 31a BGB: Haftung von Organmitgliedern und besonderen Vertretern
- § 31b BGB: Haftung von Vereinsmitgliedern
- § 56 BGB: Mindestmitgliederzahl des Vereins
- § 137 AO: Steuerliche Erfassung von Körperschaften, Vereinigungen und Vermögensmassen
- § 1 KStG: Unbeschränkte Steuerpflicht
- § 24 KStG: Freibetrag für bestimmte Körperschaften
- § 11 GewStG: Steuermesszahl und Steuermessbetrag
- § 19 UStG: Besteuerung der Kleinunternehmer
- § 64 AO: Steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe
- § 51 AO: Allgemeines
- § 68 AO: Einzelne Zweckbetriebe
- VIBSS: Mitglieder des Vereins – Gründung und Mindestmitgliederzahl
- § 106 BGB: Beschränkte Geschäftsfähigkeit Minderjähriger
- § 107 BGB: Einwilligung des gesetzlichen Vertreters
campai Redaktion
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