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Übungsleiter-Gehalt pro Stunde: Was Vereine 2025 wirklich zahlen

Wenn du als Verein einen neuen Übungsleiter suchst oder selbst als Trainer arbeiten möchtest, steht schnell die Frage im Raum: Was ist ein angemessener Stundenlohn? Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab, von der Sportart über die Qualifikation bis hin zur Region. Zwischen 12 und 35 Euro pro Stunde ist im Vereinssport üblich, wobei spezialisierte Bereiche wie Rehasport auch mal die 40-Euro-Marke knacken können.
Zwischen verschiedenen Sportarten, Qualifikationen und Einsatzzeiten entstehen dabei oft unterschiedliche Vergütungsmodelle. Damit steigen auch die Anforderungen an Planung, Dokumentation und Abrechnung im Verein.
Hierbei unterstützt campai, indem Mitgliederverwaltung, Einsatzplanung und Vergütung an einem Ort zusammengeführt werden. So bleibt die Organisation für Verein und Übungsleiter nachvollziehbar und übersichtlich.
Die wichtigsten Einflussfaktoren beim Stundenlohn
Der Stundensatz für Übungsleiter ist keine fix festgelegter Betrag. Verschiedene Aspekte spielen zusammen und bestimmen, was am Ende auf der Abrechnung steht:
- Die Qualifikation macht den Unterschied: Wer eine C-Lizenz hat, verdient meist weniger als jemand mit B- oder sogar A-Lizenz. Zusatzqualifikationen wie Rehasport-Scheine oder Präventionszertifikate schlagen sich ebenfalls im Stundenlohn nieder.
- Die Art des Arbeitsverhältnisses entscheidet mit: Festangestellte Übungsleiter haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro (seit 2025), bekommen aber auch Sozialleistungen. Honorarkräfte verdienen oft mehr pro Stunde, müssen sich aber selbst versichern.
- Standort und Träger beeinflussen das Gehalt: In Ballungsräumen liegen die Stundensätze meist höher als auf dem Land. Volkshochschulen und gewerbliche Anbieter zahlen oft besser als gemeinnützige Sportvereine.
- Der Arbeitsumfang geht über die reine Trainingszeit hinaus: Vorbereitung, Materialaufbau, Dokumentation – all das kostet Zeit. Manche Vereine berücksichtigen das im Stundensatz, andere zahlen Pauschalen oder separate Vergütungen.
Wichtig zu erwähnen ist, dass die Höhe der Vergütung nicht zwingend von der Sportart selbst abhängt. Entscheidend sind vor allem die Qualifikation der Trainerin oder des Trainers, die Art der Tätigkeit, sowie regionale Unterschiede und die Strukturen des Vereins. Zusätzliche Fachausbildungen, etwa im Reha- oder Präventionssport, können ebenfalls zu höheren Honoraren führen.
So funktioniert die Übungsleiterpauschale in der Praxis
Die berühmten 3.000 Euro Übungsleiterpauschale sind kein Gehalt, sondern ein steuerlicher Freibetrag. Das bedeutet: Bis zu diesem Betrag im Jahr bleiben deine Einnahmen aus nebenberuflicher Trainertätigkeit steuerfrei.
Ein Rechenbeispiel macht es deutlich: Du trainierst zweimal wöchentlich eine Jugendmannschaft, jeweils 90 Minuten. Bei 40 Trainingswochen im Jahr kommst du auf 120 Stunden. Teilst du die 3.000 Euro durch diese Stunden, könntest du theoretisch 25 Euro pro Stunde steuerfrei erhalten.
Wichtig dabei: Die Übungsleiterpauschale gilt nur für nebenberufliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Einrichtungen. Sie kann mit der Ehrenamtspauschale in Höhe von 840 Euro kombiniert werden, allerdings nur, wenn es sich um zwei verschiedene Tätigkeiten handelt.
Was zahlen Vereine in verschiedenen Bereichen?
Hinweis: Die folgenden Stundensätze sind Orientierungswerte aus der Praxis. Sie können regional, je nach Vereinsgröße und Finanzlage auch deutlich niedriger oder höher ausfallen. In manchen ländlichen Regionen liegen die Sätze im Breitensport zum Beispiel eher im Bereich von 10–15 Euro pro Stunde.
Die Praxis zeigt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Einsatzfeldern.
Im klassischen Breitensport bewegen sich die Stundensätze meist zwischen 12 und 22 Euro. Kinderturnen, Anfängerschwimmen oder Seniorengymnastik fallen oft in diese Kategorie.
Kurse für Erwachsene wie Fitness, Yoga oder Pilates werden mit 18 bis 30 Euro vergütet. Hier spielt auch die Gruppengröße eine Rolle, je mehr Teilnehmer, desto höher oft der Satz.
An Volkshochschulen und bei kommunalen Anbietern kannst du mit 20 bis 35 Euro pro Unterrichtseinheit rechnen. Diese Träger haben meist feste Honorarordnungen.
Rehasport und Präventionskurse liegen bei 20 bis 40 Euro pro Stunde. Die Kostenträger wie Krankenkassen geben hier oft die Sätze vor.
Technisch anspruchsvolle Sportarten wie Schwimmen, Eishockey oder Kampfsport vergüten meist mit 18 bis 35 Euro. Die spezielle Ausbildung und höhere Verantwortung rechtfertigen die bessere Bezahlung.
Im Wettkampf- und Leistungssport gibt es oft Tagessätze oder Monatspauschalen. Umgerechnet auf die Stunde kommen hier häufig 20 bis 40 Euro zusammen, bei Spitzentrainern auch deutlich mehr.
Arbeitsvertrag oder Honorarbasis? Die rechtlichen Unterschiede
Die Wahl der Beschäftigungsform hat weitreichende Konsequenzen:
Bei Honorarbasis bist du selbstständig tätig. Der Verein schuldet dir keine Sozialleistungen, du bist flexibler in der Zeiteinteilung. Allerdings gibt es hier keinen Mindestlohn, die Vergütung ist Verhandlungssache. Achte darauf, dass neben der reinen Trainingszeit auch Vor- und Nachbereitung fair berücksichtigt werden.
Im Minijob oder bei Teilzeitanstellung gilt der gesetzliche Mindestlohn. Seit 2025 sind das 12,82 Euro pro Stunde. Der Verein führt Sozialversicherung und Lohnsteuer ab, du hast Anspruch auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
Mischformen sind üblich, bergen aber Tücken. Viele Trainer arbeiten auf Honorarbasis und bekommen zusätzlich die Ehrenamtspauschale für Verwaltungsaufgaben. Das funktioniert nur, wenn die Tätigkeiten klar getrennt und unterschiedlich sind.

Den fairen Stundensatz kalkulieren – Schritt für Schritt
Eine durchdachte Kalkulation schafft Transparenz und vermeidet späteren Ärger:
Erfasse zunächst das komplette Aufgabenprofil: Wie viele Stunden Training pro Woche? Welche Vor- und Nachbereitungszeit ist nötig? Kommen Wettkampfbetreuung oder Fahrten dazu? Gibt es administrative Aufgaben?
Bewerte die erforderliche Qualifikation: Welche Lizenz wird benötigt? Sind Zusatzscheine wie Erste Hilfe oder Rettungsschwimmer Pflicht? Wie hoch ist die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit der Teilnehmer?
Recherchiere Vergleichswerte: Was zahlen andere Vereine in der Region? Welche Sätze rufen Volkshochschulen oder gewerbliche Anbieter auf? Die Landessportbünde veröffentlichen oft Empfehlungen.
Definiere ein faires Stundenpaket: Soll nur die reine Trainingszeit vergütet werden? Oder rechnest du Anteile für Vorbereitung und Kommunikation ein? Eine transparente Aufschlüsselung vermeidet Missverständnisse.
Prüfe rechtliche und steuerliche Aspekte: Welche Beschäftigungsform passt? Wie wirkt sich die Übungsleiterpauschale aus? Ist bei Anstellung der Mindestlohn gewährleistet?
Die Abrechnung professionell organisieren
Gerade wenn mehrere Trainer mit unterschiedlichen Verträgen und Pauschalen arbeiten, wird die Verwaltung schnell unübersichtlich. Eine strukturierte Herangehensweise spart Zeit und Nerven:
Lege für jeden Übungsleiter ein Profil mit allen relevanten Daten an – von der Lizenzstufe über die Vergütung bis zu genutzten Pauschalen. Dokumentiere Trainingszeiten und besondere Einsätze lückenlos. Behalte die Höhe der ausgezahlten Pauschalen im Blick, um die Freigrenzen nicht zu überschreiten.
Mit campai lassen sich diese Prozesse digitalisieren und automatisieren. Die Vereinssoftware ermöglicht es, Honorarprofile anzulegen, Abrechnungen zu erstellen und dabei alle steuerlichen Besonderheiten zu berücksichtigen. So bleibt die Vergütung jederzeit transparent und nachvollziehbar, und alle Trainer erhalten ihre Zahlungen zuverlässig und fristgerecht.
Typische Situationen in der Vereinspraxis
Hinweis: Die folgenden Stundensätze sind Orientierungswerte aus der Praxis. Sie können regional, je nach Vereinsgröße und Finanzlage auch deutlich niedriger oder höher ausfallen. In manchen ländlichen Regionen liegen die Sätze im Breitensport zum Beispiel eher im Bereich von 10–15 Euro pro Stunde.
Stundenlohn für verschiedene Lizenzstufen
Mit C-Lizenz kannst du im Breitensport mit 15 bis 25 Euro rechnen, im Tennis oder bei spezialisierten Angeboten auch bis 30 Euro. Die B-Lizenz im Fußball öffnet Türen zu besser bezahlten Jobs, 20 bis 35 Euro sind üblich, im Leistungsbereich auch mehr. Wer die A-Lizenz hat, kann deutlich höhere Sätze verhandeln, gerade im Nachwuchsleistungssport oder bei Verbänden.
Besonderheiten einzelner Sportarten
Schwimmlehrer erhalten oft 18 bis 35 Euro pro Stunde, die Verantwortung ist hoch, qualifizierte Kräfte sind gesucht. Reha-Trainer profitieren von festen Sätzen der Kostenträger, meist zwischen 20 und 40 Euro. Im Fußball variieren die Gehälter stark: Kreisliga-Trainer bekommen oft Monatspauschalen, die umgerechnet 15 bis 30 Euro pro Trainingsstunde ergeben.
Kampfsporttrainer (Box-, Karate- oder Judotrainer) liegen bei 18 bis 30 Euro, bei Wettkampfbetreuung mehr. Volleyball und Basketball im Breitensport vergüten mit 15 bis 28 Euro, Leistungsmannschaften zahlen Zuschläge. Eishockey gehört zu den besser bezahlten Sportarten – 20 bis 35 Euro sind Standard, die hohen Hallenkosten und Sicherheitsanforderungen rechtfertigen das.
Spezielle Einsatzbereiche
Für Schul-AGs gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Sätze, oft zwischen 20 und 35 Euro pro Doppelstunde. Torwarttrainer sind Spezialisten und können 20 bis 35 Euro verlangen, im Profifußball natürlich mehr. Tanzlehrer bewegen sich bei 20 bis 35 Euro, abhängig von Stilrichtung und Niveau.
Wer als Übungsleiter ohne Lizenz arbeitet, muss mit niedrigeren Sätzen rechnen, 12 bis 18 Euro sind üblich. Viele Vereine unterstützen aber die Ausbildung und erhöhen dann den Stundenlohn.
Die Pauschalen richtig nutzen
Bei der Übungsleiterpauschale gilt: Teile die 3.000 Euro durch deine Jahresstunden, dann siehst du, bis zu welcher Höhe dein Stundenlohn steuerfrei bleibt. Die Ehrenamtspauschale lässt sich zusätzlich nutzen, wenn du neben dem Training auch Vorstandsaufgaben übernimmst, aber nur für klar getrennte Tätigkeiten.
Zuschüsse für Vereine
Viele Vereine wissen nicht, dass sie für ihre Übungsleiter Zuschüsse beantragen können. Landessportbünde, Kommunen und teilweise auch Krankenkassen fördern qualifizierte Trainer. Die Bedingungen unterscheiden sich regional stark, von pauschalen Zuschüssen pro Lizenz bis zu anteiliger Kostenübernahme.
Der Haken: Die Anträge müssen oft fristgerecht gestellt werden, Nachweise über Qualifikation und Einsatzzeiten sind erforderlich. Hier zahlt sich eine ordentliche Dokumentation aus.
Faire Bezahlung als Erfolgsfaktor
Ein angemessener Stundenlohn ist mehr als eine Zahl auf der Abrechnung. Er zeigt Wertschätzung für die wichtige Arbeit der Übungsleiter und hilft, qualifizierte Kräfte zu gewinnen und zu halten.
Transparente Vergütungsstrukturen schaffen Vertrauen: Wenn Trainer wissen, wie sich ihr Gehalt zusammensetzt und dass alle fair behandelt werden, steigt die Zufriedenheit. Das wirkt sich direkt auf die Qualität des Sportangebots aus.
Die rechtssichere Gestaltung schützt beide Seiten. Klare Verträge, korrekte Abrechnung der Pauschalen und Einhaltung des Mindestlohns vermeiden späteren Ärger mit Finanzamt oder Sozialversicherung.
Mit digitalen Tools wie campai lässt sich die Verwaltung deutlich vereinfachen. Honorarprofile, automatische Abrechnungen und integrierte Dokumentation sparen Zeit und minimieren Fehler. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: den Sport und die Gemeinschaft im Verein.
Häufig gestellte Fragen zum Übungsleiter-Gehalt
Wie viel verdient ein Übungsleiter im Sportverein pro Stunde?
Im Breitensport sind 12 bis 22 Euro üblich, bei Kursen und spezialisierten Angeboten 18 bis 35 Euro. Rehasport kann auch 20 bis 40 Euro bringen. Die genaue Höhe hängt von Qualifikation, Sportart und Region ab.
Gilt der Mindestlohn für Übungsleiter?
Bei einem Arbeitsvertrag ja, ab 2025 sind es 12,82 Euro pro Stunde. Honorarkräfte unterliegen nicht dem Mindestlohn, sollten aber trotzdem angemessen vergütet werden.
Wie rechnet man die Übungsleiterpauschale in Stundenlohn um?
Teile die 3.000 Euro durch deine geplanten Jahresstunden. Bei 100 Stunden im Jahr könnten theoretisch 30 Euro pro Stunde steuerfrei bleiben.
Gibt es Zuschüsse für Übungsleiter?
Viele Landessportbünde und Kommunen fördern lizenzierte Übungsleiter. Die Höhe und Bedingungen variieren regional, eine Nachfrage beim zuständigen Sportbund lohnt sich.
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