campai AkademieOrganisation
Beisitzer im Verein: Aufgaben, Rechte & Rolle im Vorstand

In jedem Verein gibt es zahlreiche Aufgaben, die nicht immer allein von den klassischen Vorstandsmitgliedern übernommen werden können. Deshalb sieht die Vereinsstruktur das Amt des Beisitzers im Verein vor. Er gehört zum sogenannten erweiterten Vorstand und unterstützt diesen bei wichtigen Tätigkeiten. Welche Aufgaben ein Beisitzer übernimmt, welche Rechte er hat und wie die Wahl abläuft, erfährst du in diesem Artikel.
Was ist ein Beisitzer im Verein?
Ein Beisitzer im Verein ist ein Mitglied des erweiterten Vorstands, das den Vorstand unterstützt, jedoch keine eigene Entscheidungsbefugnis hat. Er nimmt beratend an Vorstandssitzungen teil und wirkt unterstützend im Hintergrund. Die genauen Rechte und Funktionen des Beisitzers ergeben sich aus der jeweiligen Vereinssatzung.
Damit stellt der Vorstands Beisitzer eine wertvolle Ergänzung dar: Er stärkt die Vereinsarbeit, entlastet die gewählten Vorstandsmitglieder und übernimmt Aufgaben, die nicht zwingend von den Kernfunktionen des Vorstands abgedeckt werden müssen.
Wichtig: Ein Verein ist nicht verpflichtet, Beisitzer zu ernennen, und auch die Anzahl der Beisitzer muss in der Satzung nicht festgelegt sein.
Was ist ein Beisitzer im Vorstand?
Ein Beisitzer im Vorstand ist ein Mitglied des erweiterten Vereinsvorstands. Er nimmt an Vorstandssitzungen teil, berät bei Entscheidungen und unterstützt das Leitungsteam, besitzt jedoch in der Regel kein eigenes Stimmrecht. Seine Rolle und Befugnisse sind in der Vereinssatzung geregelt.
Was ist ein Beisitzer bei einer Wahl?
Ein Beisitzer bei einer Wahl ist Teil des Wahlvorstands, der für die ordnungsgemäße Durchführung einer Wahl verantwortlich ist. Er unterstützt den Wahlleiter, achtet auf einen reibungslosen Ablauf und trägt dazu bei, dass die Wahl rechtssicher und korrekt verläuft.

Funktion eines Beisitzers im Verein
Die grundsätzliche Funktion des Beisitzers im Verein ist seine Beteiligung an verschiedenen Aspekten der Vereinsarbeit. Damit gestaltet sich das Tätigkeitsfeld sehr facettenreich. In der Vereinssatzung ist geregelt, welche Funktion der Beisitzer zu erfüllen hat. Je nachdem, was hier festgehalten ist, übernimmt ein Beisitzer mehr oder weniger Aufgaben.
In der Regel ist der Beisitzer ein Teil des erweiterten Vorstands des Vereins. Jedoch ist der Beisitzer, anders als der Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende sowie der Schatzmeister, nicht vertretungsberechtigt. Geregelt ist das in § 26 BGB. Hier ist festgelegt, dass nur die Mitglieder des engen Vorstands, auch BGB-Vorstand genannt, vertretungsberechtigt sind.
Das bedeutet in der Praxis, dass der Beisitzer genauso wie der Schriftführer oder Pressewart nicht vertretend für den BGB-Vorstand Entscheidungen treffen kann. Dennoch ist es möglich, dass der Beisitzer im Verein stimmberechtigt ist. Dazu bedarf es allerdings einer expliziten Regelung in der Vereinssatzung.
Aufgaben von Beisitzern im Verein
Ein Beisitzer im Verein unterstützt den Vorstand, hat jedoch meist keine eigenen Entscheidungsbefugnisse. Seine Aufgaben variieren je nach Vereinssatzung, umfassen aber häufig die Teilnahme an Vorstandssitzungen, beratende Tätigkeiten und die Übernahme spezifischer Aufgabenbereiche wie Eventorganisation, Mitgliederverwaltung oder Protokollführung. Er dient als Bindeglied zwischen Vorstand und Mitgliedern und trägt dazu bei, Vereinsziele effizient umzusetzen.
Damit der Beisitzer im Verein seine Funktion in vollem Maße erfüllen kann, übernimmt er eine Reihe an Aufgaben. Es ist möglich, dass ihm diese sowohl temporär als auch langfristig übertragen werden. Wie die Erfüllung seiner Aufgaben konkret auszusehen hat, muss mit dem Beisitzer im Verein individuell geregelt werden.
Wir haben einige Beispiele für Aufgaben von Beisitzern in Vereinen zusammengetragen:
- Organisation und Moderation der Vorstands- und Mitgliederversammlung
- Ansprechpartner für Fragen von Pressevertretern
- Protokollierung der Vorstandssitzungen
- Öffentlichkeitsarbeit
- Unterstützung des Vereinssponsorings
- Planung und Durchführung von Events
- Unterstützung der Schriftführer
- Unterstützung einzelner Vorstandsmitglieder oder des gesamten Vorstands
- Beauftragter für den Datenschutz
- Servicetätigkeiten in der Jugendarbeit oder bei anderen Angelegenheiten des Vereins
Die Aufgabenbereiche von Beisitzern im Verein können vielfältig sein. Von Verein zu Verein wird dies jedoch individuell gehandhabt. Welche Aufgaben dem Beisitzer tatsächlich übertragen werden, hängt stark von seinem Engagement sowie von seinem Können und Wissen ab. Denn nur dann, wenn die Tätigkeiten professionell ausgeführt werden, ist der Beisitzer eine echte Bereicherung für den Verein.
Welche Rechte hat ein Beisitzer im Verein?
Die Rechte eines Beisitzers im Verein hängen von der jeweiligen Vereinssatzung ab. Grundsätzlich gehört er zum erweiterten Vorstand und nimmt an den Vorstandssitzungen teil. In vielen Vereinen hat der Beisitzer kein eigenes Stimmrecht, er darf also nicht verbindlich über Beschlüsse entscheiden. Stattdessen wirkt er beratend mit, bringt Vorschläge ein und unterstützt die Vorstandsarbeit.
Einige Vereine räumen dem Beisitzer jedoch weitergehende Rechte ein, etwa:
- Antragsrecht: Er darf Themen und Vorschläge in die Vorstandssitzungen einbringen.
- Informationsrecht: Er erhält Zugang zu allen relevanten Vereinsunterlagen, die für seine Arbeit notwendig sind.
- Sonderrechte laut Satzung: Je nach Verein können Beisitzer bestimmte Aufgabenbereiche übernehmen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederbetreuung) und dafür auch Handlungsvollmachten erhalten.
Ob ein Vorstands Beisitzer lediglich beratend tätig ist oder zusätzliche Rechte hat, entscheidet also die jeweilige Satzung. Klar ist: Auch ohne Stimmrecht besitzt er eine wichtige Funktion, weil er die Vereinsarbeit stärkt und den Vorstand entlastet.
Müssen Beisitzer in Verein gewählt werden?
Damit ein Beisitzer den Verein unterstützen kann, muss er in den erweiterten Vorstand gewählt werden. Dies ist ganz einfach. Wenn eine Person die Bereitschaft signalisiert hat, die Funktion des Beisitzers auszuüben, kann sie zur Wahl aufgestellt werden. Am besten erfolgt die Wahl zeitgleich zu den Vorstandswahlen.
Wie bei allen anderen Ämtern im Verein kann ein Beisitzer die Wahl entweder annehmen oder ablehnen. Gegen seinen Willen kann niemand zum Beisitzer im Verein ernannt werden.
Zudem sollten Vereine in der Satzung klar regeln, wie lange die Amtszeit eines Beisitzers im Verein ist. Empfehlenswert ist ebenso eine ergänzende Regelung, dass eine beliebig häufige Wiederwahl zulässig ist. Auf diese Weise können Beisitzer mit einer entsprechenden Befähigung und Qualifikation immer wieder das Amt erhalten, wenn sie dies möchten. Für Vereine stellt das eine große Sicherheit dar, da sie mehr Kontrolle über die Qualität der Arbeit des Beisitzers haben.
Tipp: Mit einer Vereinssoftware wie der von campai behalten Vereine stets den Überblick über ihre Satzung und alle weiteren wichtigen Regelungen.

Wer eignet sich als Beisitzer im Verein?
Ein Beisitzer sollte eine Bereicherung für den Verein darstellen und ihn professionell unterstützen können. Daher ist es ratsam, dass bei der Wahl auf ein paar Faktoren hinsichtlich der Eignung des Beisitzers zu achten.
Übrigens: Es sind in der Regel keine spezielle Qualifikation vonnöten, wenn es um die Wahl eines Beisitzers im Verein geht.
Vielmehr sind es folgende Eigenschaften, die sich in der Regel als positiv erweisen:
- Flexibilität
- Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit
- Loyalität
- Einsatzbereitschaft
- Empathie
- Hohe Auffassungsgabe
- Hohe Konzentration
- Lösungsorientiertes Denken und Handeln
- Fähigkeit, sich Hierarchien anzupassen
- Teamfähigkeit
Personen eignen sich demnach nicht aufgrund bestimmter Kenntnisse zum Beisitzer im Verein, sondern eher aufgrund von Charaktereigenschaften. Dennoch ist es in manchen Fällen ratsam, auch auf ein gewisses Know-how in bestimmten Bereichen zu achten. Das hängt stark von dem Bereich ab, in dem der Verein tätig ist.
Müssen Beisitzer im Verein viel Zeit aufwenden?
Ein Beisitzer zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er ein hohes Maß an Flexibilität an den Tag legt und Verantwortung übernimmt. Auf diese Weise ist der die ideale Unterstützung für den Verein. Doch wie viel Zeit sollte er tatsächlich aufbringen?
Eine regelmäßige Anwesenheit bei Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen ist essenziell. Zudem übernimmt ein Beisitzer im Verein weiterführende Aufgaben, für die ebenfalls entsprechende zeitliche Kapazitäten verfügbar sein sollten. Wenn dem Beisitzer explizit bestimmte Aufgaben übertragen werden, ist er persönlich dafür verantwortlich, dass diese auch erfüllt werden.
Demnach gilt, dass sich nur Menschen für den Posten des Beisitzers im Verein eignen, die viel Herzblut und echtes Interesse mitbringen. Wer die Idee hat, nur zu Reputationszwecken in das Amt gewählt zu werden, sollte davon absehen. Immerhin geht es hierbei um echte Verantwortung, die den Verein stark beeinflusst und über seinen Erfolg entscheiden kann.
Fazit
Die Antwort auf die Frage, was ein Beisitzer im Verein macht, ist nicht pauschal zu beantworten. Vielmehr kann er eine Bandbreite an Aufgaben übernehmen, die den Verein in hohem Maße unterstützen. Dies wird individuell in der Vereinssatzung festgelegt und richtet sich auch nach dem Engagement und den Fähigkeiten der Person, die als Beisitzer fungiert. Zwar benötigt ein Verein keinen Beisitzer, doch in vielen Fällen hat sich die Wahl als hilfreich erwiesen.
Du hältst den Laden am Laufen – wir liefern dir das Wissen dazu. Alles rund um Vereine, NGOs & Co, damit dein Alltag als Funktionär ein Stück leichter wird.
Schluss mit Excel-Chaos, Zetteln und Verwaltungsfrust.
Mach dir das Vereinsleben leichter –
mit campai!