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Ehrenamtliche Tätigkeit: Definition, Bereiche und alles, was du wissen musst

Was ist eine ehrenamtliche Tätigkeit? Definition, Voraussetzungen, Bereiche, Steuern & Vorteile – inkl. Tipps, wie du passende Ehrenämter findest.
Ehrenamtliche Tätigkeit Lebensmittelausgabe

Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist freiwilliges Engagement ohne regulären Lohn, meistens in Vereinen, Initiativen oder gemeinnützigen Organisationen. Du setzt dich für andere ein, weil es dir wichtig ist. Und du stärkst damit ganz nebenbei das, was eine Gesellschaft zusammenhält.


Das Wichtigste in Kürze

  • Ehrenamtliche Tätigkeit heißt, freiwillig engagiert, ohne Gehalt, für einen guten Zweck zu arbeiten, z. B. im Sport, im Sozialen, in der Kultur oder im Katastrophenschutz.
  • Rechtlich ist Ehrenamt in der Regel kein Arbeitsverhältnis, sondern eine freiwillige Tätigkeit. Je nach Ausgestaltung kann es aber als (Neben-)Tätigkeit mit Pflichten (z. B. Verschwiegenheit, Sorgfalt) eingeordnet werden.
  • Arbeitgeber dürfen ein Ehrenamt nicht pauschal verbieten. Kritisch wird es nur, wenn Arbeitszeit, Leistungsfähigkeit oder berechtigte Interessen des Arbeitgebers konkret beeinträchtigt werden.
  • Für viele Ehrenämter sind steuerfreie Pauschalen möglich: Übungsleiterpauschale (für bestimmte Tätigkeiten) und Ehrenamtspauschale (für viele andere), jedoch jeweils nur unter klaren Voraussetzungen.
  • Wer viele Ehrenamtliche koordiniert, spart Zeit mit einer digitalen Lösung, die Verwaltung, Rollen, Kommunikation und Aufgaben an einem Ort bündelt.

Was bedeutet ehrenamtlich arbeiten und was ist eine ehrenamtliche Tätigkeit?

„Ehrenamt“ verbindet zwei Ideen: Verantwortung übernehmen und ohne finanzielle Motive handeln. Ganz praktisch heißt das: Du bringst Zeit, Wissen oder Organisationstalent ein, zum Beispiel als Trainer im Verein, als Helfer bei der Tafel, als Lesepate in der Schule oder in der Nachbarschaftshilfe.

Wichtig: „Unentgeltlich“ bedeutet ohne Gehalt. Eine Aufwandsentschädigung ist trotzdem möglich. Sie ersetzt Kosten oder honoriert deinen Einsatz pauschal und kann unter Bedingungen steuerfrei sein. Das ist kein Widerspruch, solange es keine Vergütung wie bei einem Job ist.

Abgrenzung: Wer hauptberuflich bei einer Hilfsorganisation angestellt ist, leistet zwar gemeinnützige Arbeit, ist aber nicht automatisch ehrenamtlich tätig. Ehrenamt ist typischerweise freiwillig und nicht auf Erwerb ausgerichtet.

Ehrenamt: Was sagt das Gesetz?

Eine einzige, überall gültige „Ehrenamt-Definition“ im Gesetz gibt es nicht. Der rechtliche Rahmen ergibt sich aus mehreren Bereichen, vor allem aus Steuerrecht und Vereinsrecht. Für die Praxis sind diese Punkte besonders relevant:

  • § 3 Nr. 26 EStG (Übungsleiterpauschale): Steuerfreie Einnahmen für bestimmte nebenberufliche Tätigkeiten, z. B. als Trainer, Ausbilder, Dozent oder Betreuer.
  • § 3 Nr. 26a EStG (Ehrenamtspauschale): Steuerfreie Einnahmen für viele andere nebenberufliche Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich (z. B. Vorstandsarbeit, Organisation, Verwaltung) – bis zu 960 Euro pro Jahr.
  • Gemeinnützigkeit als Grundlage: Steuerliche Begünstigungen setzen in der Regel voraus, dass die Organisation gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich ist und die Tätigkeit dem satzungsgemäßen Zweck dient (Grundlage u. a. über die Abgabenordnung und die steuerliche Anerkennung).

Wichtig für dich: Ehrenamtliche sind meist keine Angestellten. Es gibt also normalerweise keinen Arbeitsvertrag, keinen klassischen Lohn und keine arbeitsrechtlichen Schutzmechanismen wie bei Beschäftigten. Trotzdem können Regeln gelten, z. B. über eine Ehrenamtsvereinbarung, Satzung, Datenschutz oder Haftung.


Ehrenamt und Job: Muss der Arbeitgeber zustimmen?

Viele Ehrenamtliche sind berufstätig. Grundsätzlich gilt, dass ein Ehrenamt in der Freizeit möglich ist und oft gesellschaftlich sogar ausdrücklich unterstützt wird.

  • Informieren ist sinnvoll (und in vielen Arbeitsverträgen bei Nebentätigkeiten auch vorgesehen).
  • Untersagen darf ein Arbeitgeber es nicht einfach so. Einschränkungen sind größtenteils nur zulässig, wenn das Ehrenamt konkret zu Problemen führt, z. B. bei Konkurrenzinteressen, Verstößen gegen Ruhezeiten, Leistungsabfall oder Konflikten mit Arbeitszeiten.

Wenn das Ehrenamt Einsätze während der Arbeitszeit erfordert (z. B. bei Feuerwehr/THW), hängen Freistellung und Lohnfortzahlung von Sonderregeln (Landesrecht, Satzungen, betriebliche Regelungen) ab. Hier lohnt sich ein kurzer Check der eigenen Situation.


Voraussetzungen für eine ehrenamtliche Tätigkeit

Damit ein Ehrenamt sauber organisiert ist (und steuerlich nicht aus Versehen zum „Job“ wird), helfen diese Leitplanken:

  1. Freiwilligkeit: Du machst es aus eigener Entscheidung.
  2. Keine reguläre Vergütung: Es gibt kein Gehalt. Kostenersatz oder Pauschalen sind möglich, aber nur im Rahmen.
  3. Gemeinwohlbezug: Die Tätigkeit dient einem gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck oder einem klaren gesellschaftlichen Nutzen im Verein/der Initiative.
  4. Nebenberuflichkeit (bei Pauschalen wichtig): Für Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale muss die Tätigkeit nebenberuflich sein, also zeitlich klar unter einem Vollzeitjob bleiben. Als Orientierung wird häufig maximal ein Drittel einer vergleichbaren Vollzeitstelle genutzt.
  5. Klarer organisatorischer Rahmen: Aufgaben, Zuständigkeiten und Ansprechpartner sind definiert.

Tipp aus der Praxis: Eine kurze Ehrenamtsvereinbarung ist kein Muss, aber extrem hilfreich. Sie klärt Aufgaben, Aufwandsersatz, Datenschutz und Versicherungsfragen, ohne Bürokratie.

Unterschiedliche Ehrenämter wie Feuerwehr oder Klimaschutz


Welche Ehrenämter gibt es? Die häufigsten Bereiche

Ehrenamt ist nicht „eine Sache“, sondern ein riesiges Spektrum. Hier sind typische Felder, in denen du schnell einen Einstieg findest:

Sport und Bewegung

Trainer, Schiedsrichter, Jugendleitung, Orga-Team, Platzwart oder Vorstand. Gerade im Sportverein läuft fast alles über Ehrenamt.

Soziales und Unterstützung im Alltag

Besuchsdienste, Nachbarschaftshilfe, Begleitung von Menschen mit Behinderungen, Unterstützung bei Tafeln, Integrations- und Sprachhilfe, Familienhilfe.

Katastrophenschutz und Rettungswesen

Freiwillige Feuerwehr, DRK, THW, DLRG: Ohne Ehrenamt würde hier vieles von Ausbildung bis Einsatzdienst nicht funktionieren.

Kultur, Bildung und Heimat

Lesepaten, Museums- und Stadtführungen, Bibliotheksteams, Kulturvereine, Heimat- und Geschichtsinitiativen, Veranstaltungsorganisation.

Kirche und Religion

Jugendarbeit, Chor, Gemeindearbeit, Lektorat, Organisation von Aktionen und Veranstaltungen.

Digitales Ehrenamt

Website-Pflege, Social Media, Design, Fundraising, IT-Support oder Online-Lernangebote. Ideal, wenn du flexibel bleiben willst oder nicht immer vor Ort sein kannst.

Ehrenamtlich arbeiten: Was bringt es dir persönlich?

Ehrenamt ist sinnvoll und es bringt dir auch selbst viel. Besonders häufig:

  • Netzwerk: Du lernst Menschen kennen, die du sonst nie treffen würdest.
  • Skills: Organisation, Kommunikation, Teamführung, Projektarbeit.
  • Lebenslauf: Engagement zeigt Verantwortung. Gerade bei Berufseinsteigern ist das ein echtes Plus.
  • Wohlbefinden: Viele erleben mehr Sinn, Struktur und soziale Einbindung.
  • Mitgestaltung: Du siehst direkt, was dein Beitrag bewirkt.

Geld im Ehrenamt: Aufwandsentschädigung, Ehrenamtspauschale, Übungsleiterpauschale

„Unbezahlt“ heißt nicht, dass du auf Kosten sitzen bleiben musst. Im Ehrenamt kommen häufig drei Modelle vor:

  • Auslagenersatz: Du bekommst konkrete Kosten ersetzt (z. B. Fahrtkosten gegen Nachweis). Das ist in der Regel kein „Einkommen“, sondern eine Erstattung.
  • Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG): Bis zu 960 Euro/Jahr steuerfrei – für viele nebenberufliche Tätigkeiten in gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Organisationen.
  • Übungsleiterpauschale: Eine höhere steuerfreie Pauschale für bestimmte Tätigkeiten (z. B. Training, Unterricht, Betreuung). Sie gilt nur, wenn die Tätigkeit inhaltlich passt und nebenberuflich ist.

Wichtig: Welche Pauschale möglich ist, hängt von Tätigkeit, Träger, Ausgestaltung und der Organisation ab.

Haftung und Versicherung: Was du kurz wissen solltest

Ehrenamt soll motivieren und nicht verunsichern. Trotzdem lohnt ein kurzer Realitätscheck:

  • In vielen Fällen greift die gesetzliche Unfallversicherung, wenn du über eine Organisation tätig bist (Details hängen u. a. von Träger und Tätigkeit ab).
  • Vereine haben oft zusätzlich Haftpflichtversicherungen. Ob du mitversichert bist, sollte am Anfang einmal kurz geklärt werden.
  • Für Verantwortliche (z. B. Vorstand) ist eine klare Regelung besonders wichtig: Zuständigkeiten, Dokumentation und Datenschutz sind hier keine Nebensache.

Ehrenamt organisieren: Die echten Herausforderungen im Verein

Ehrenamt ist oft nicht das Problem. Die Organisation dahinter schon. Typische Fragen sind etwa:

  • Wer macht was und wer ist gerade verfügbar?
  • Wie werden Aufgaben verteilt, Übergaben geregelt und Termine koordiniert?
  • Wie bleiben alle informiert, ohne WhatsApp-Chaos?
  • Wie werden Rollen, Berechtigungen und Kontaktdaten sauber gepflegt?

Genau hier passt eine digitale Lösung. Mit der Vereinssoftware campai lassen sich Mitglieder und Ehrenamtliche übersichtlich verwalten, Gruppen und Rollen strukturieren und Aufgaben sowie Kommunikation zentral organisieren. Das spart Zeit, vermeidet Stress und sorgt dafür, dass Engagement nicht an Verwaltung scheitert.

Ehrenamtliche Tätigkeit finden: So klappt der Einstieg

Du willst loslegen, aber weißt noch nicht wo? Dann helfen diese Wege:

  • Ehrenamtsbörsen der Stadt oder Region: Viele Kommunen listen offene Engagements.
  • Freiwilligenagenturen: Die matchen Interessen, Zeit und passende Organisationen.
  • Online-Plattformen: Digitale Vermittlung ist oft der schnellste Einstieg.
  • Direkt fragen: Vereine und Einrichtungen freuen sich über Initiative – eine kurze Nachricht reicht oft.

Für die meisten Ehrenämter brauchst du keinen „Abschluss“. Entscheidend sind Zuverlässigkeit, Motivation und ein Rahmen, der zu deinem Alltag passt.


Fazit: Ehrenamtliche Tätigkeit lohnt sich für dich und für andere

Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist mehr als „mithelfen“. Du übernimmst Verantwortung, lernst Neues und machst sichtbar einen Unterschied. Egal ob Sportverein, soziale Initiative, Rettungsdienst oder digitales Ehrenamt: Engagement bringt Bewegung in die Gemeinschaft und oft auch in dein eigenes Leben.

Und wenn die Organisation dahinter einfacher laufen soll, hilft ein modernes Tool. Mit campai kannst du Vereinsverwaltung und Ehrenamtsorganisation übersichtlich an einem Ort bündeln und campai kostenlos testen.

FAQ: Häufige Fragen zur ehrenamtlichen Tätigkeit

Was versteht man unter einer ehrenamtlichen Tätigkeit?

Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist freiwilliges Engagement ohne reguläres Gehalt, meist im Rahmen eines Vereins oder einer Organisation. Ziel ist ein gesellschaftlicher Nutzen oder ein gemeinnütziger Zweck. Aufwandsentschädigungen sind möglich, solange es keine Vergütung wie bei einem Job ist.

Welche Voraussetzungen gibt es für eine ehrenamtliche Tätigkeit

Wichtig sind Freiwilligkeit, keine reguläre Vergütung, ein sinnvoller Zweck (oft gemeinnützig) und ein klarer organisatorischer Rahmen. Wenn Pauschalen genutzt werden, muss die Tätigkeit in der Regel nebenberuflich sein. Bei Berufstätigen ist es sinnvoll, den Arbeitgeber zu informieren, wenn der Arbeitsvertrag Nebentätigkeiten regelt.

Ist ehrenamtliche Arbeit das Gleiche wie gemeinnützige Arbeit?

Nicht automatisch. „Gemeinnützig“ beschreibt den Zweck (Allgemeinwohl). „Ehrenamtlich“ beschreibt die Art: freiwillig und ohne Gehalt. Wer hauptberuflich in einer gemeinnützigen Organisation arbeitet, leistet gemeinnützige Arbeit, aber nicht zwingend ein Ehrenamt.

Kann man für ein Ehrenamt Geld bekommen?

Ja. Möglich sind Auslagenersatz (z. B. Fahrtkosten) und wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, auch steuerfreie Pauschalen. Die Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG ermöglicht bis zu 960 Euro pro Jahr steuerfrei. Für bestimmte Tätigkeiten wie Training oder Unterricht kann die Übungsleiterpauschale nach § 3 Nr. 26 EStG infrage kommen.

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